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Hantaviren auf dem Vormarsch

Scheune, Schuppen, Pferdestall

In Deutschland mehren sich die Infektionen mit Hantaviren, warnt das Robert Koch-Institut (RKI). Übertragen werden die Krankheitserreger mit Mause-Kot und Mause-Urin. Darum aufgepasst beim Fegen und Putzen von Scheunen, Ställen und alten Gemäuern mit möglichem Nagerbefall.

Brennpunkte Bayern, Baden-Württemberg, Münsterland

Über 1200 Hantavirus-Erkrankungen wurden dieses Jahr schon gemeldet, ein infizierter Mann ist sogar verstorben, teilt das RKI mit. Gut zwei Drittel der Fälle traten in Bayern oder Baden-Württemberg auf. Ein besonders hohes Infektionsrisiko findet sich auf der Schwäbischen Alb, im Bayerischen Wald, im Spessart und in Unterfranken, weitere Brennpunkte sind das Münsterland und Osnabrück.

Rötelmaus als Überträger

Hantaviren werden von Nagetieren wie Ratten und Mäuse übertragen. In Deutschland sind vor allem Rötelmäuse für die Verbreitung der Erreger zuständig. Sie scheiden die Viren über ihren Urin, den Kot und den Speichel aus. Meist werden Hantaviren über den Staub eingeatmet, allerdings kann sich der Mensch auch durch einen Mäusebiss oder kontaminierte Lebensmittel anstecken.

Je nach Virustyp verläuft die Erkrankung unterschiedlich schwer, in Deutschland heilt die Erkrankung meist folgenlos aus. Fieber, grippeähnliche Beschwerden und Bauchschmerzen sind häufig, manchmal kommt es auch zu einer Einschränkung der Nierenfunktion und Blutungen. Eine spezielle Therapie bei Hantavirus-Infektion gibt es nicht, die Erkrankten werden symptomatisch behandelt, in schweren Fällen ist eine Intensivtherapie nötig.

Mäuse-Kot meiden

Eine Impfung gegen Hantaviren ist nicht verfügbar. Die einzige mögliche Prävention besteht darin, den Kontakt zu Mäusen und ihren Ausscheidungen zu meiden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für gibt dafür folgende Tipps:

  • Mäuse und Ratten in Wohnungen und Wohngebäuden bekämpfen. Besonders Keller, Dachboden und Nebenräume wie Garagen und Schuppen werden gerne von Mäusen besiedelt.
  • Lebensmittel und Tierfutter fest verschlossenen aufbewahren.
  • Nistmöglichkeiten für Mäuse einschränken, in dem Abfall und Sperrmüll nicht offen gelagert und rasch entsorgt werden; auf Komposthaufen dürfen keine Fleisch- und gekochten Essensreste, denn diese ziehen Ratten und Mäuse an.
  • Beim Fegen oder Reinigen von Scheunen und Schuppen keinen Staubsauger verwenden (welcher viel Staub aufwirbelt), stattdessen Staubschutzmasken und Handschuhe tragen.
  • Mäuse-Kot feucht entfernen und die Putztücher danach entsorgen.
  • Tierkadaver in Plastiktüten stecken, Plastiktüten verknoten und in den Hausmüll geben.
  • Nach dem Aufenthalt im Freien Hände gründlich waschen.

Quellen: Ärztezeitung, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Davydele/Shutterstock.com

Waschmaschine verbreitet Bakterien

Vorsicht bei Pflegebedürftigen

Oft vermutet und jetzt zum ersten Mal nachgewiesen: Waschmaschinen können resistente Keime übertragen, wie der Fall einer Kinderklinik aufzeigt. Bonner Hygieniker empfehlen deshalb bestimmten Haushalten, die Wäsche öfter mit mindestens 60°C zu waschen.

Rätselhafter Keim auf der Baby-Station

Über ein Jahr hinweg wurde auf der Neugeborenen-Station einer deutschen Kinderklinik wiederholt ein seltener aber aggressiver Keim gefunden. Insgesamt 13 Neugeborene waren von ihm besiedelt – doch die Babys hatten Glück: Obwohl es sich bei dem Erreger um einen antibiotika-resistenten und lebensgefährlichen Klebsiella-Typ handelte, entwickelte keines der betroffenen Kinder eine Infektion. Da das Bakterium jedoch trotz strenger Hygienevorkehrungen immer wieder auftauchte und die Quelle nicht gefunden werden konnte, zogen die Ärzte schließlich das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Uniklinik Bonn hinzu.

Waschmaschine steckte dahinter

Zunächst fanden die Bonner Hygieniker heraus, dass weder Eltern noch Pflegepersonal Träger des seltenen Keims waren. Bei umfangreichen hygienetechnischen Untersuchungen des weiteren Umfelds wurden sie schließlich im Keller der Kinderklinik fündig. An Spülfach und Türgummi einer (handelsüblichen) Waschmaschine, in der handgestrickte Mützchen und Söckchen der Neugeborenen bei niedrigen Temperaturen gewaschen worden waren, fanden sie den Keim. Nach Ausrangieren des Gerätes war es mit dem Keimspuk zu Ende – das aggressive Klebsiella-Bakterium tauchte bei zahlreichen Kontrollen im Krankenhaus nirgendwo mehr auf.

Normalerweise sind in Kliniken spezielle Waschmaschinen und -verfahren im Einsatz, die durch hohe Temperaturen und Desinfektionsmittel die Verbreitung von Krankheitserregern verhindern. Mit Hilfe dieses seltenen Einzelfalles ist aber klar geworden, dass durch das Waschen mit herkömmlichen Waschmaschinen durchaus Keime über die Wäsche auf Menschen übertragen werden können, betont Daniel Exner, Hygienebeauftragter der Uniklinik Bonn.

Übertragung auch zu Hause möglich

Dies ist vor allem in Zeiten von Bedeutung, in denen Energie eingespart und in Privathaushalten gerne mit niedrigen Temperaturen von 30 oder 40° C gewaschen wird. Für Gesunde ist es in der Regel kein Problem, wenn einige Keime diese Waschgänge überstehen. Problematisch wird es jedoch, wenn es um Menschen mit offenen Wunden, Blasenkathetern oder eitrigen Infektionen geht. Hier empfiehlt der Hygieneexperte, um eine Übertragung gefährlicher Bakterien zu vermeiden, die Wäsche mit mindestens 60°C zu waschen.

Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Luca Santilli/Shutterstock.com

Gehirnerschütterung ernst nehmen

Gehirn braucht ausreichend Erholung

Eine Gehirnerschütterung macht sich nicht immer direkt als solche bemerkbar. Wonach Betroffene Ausschau halten müssen und welche Maßnahmen sie ergreifen sollten.

Bei starken Beschwerden Notarzt rufen

Umgeben von Schädelknochen und schwebend in Flüssigkeit, ist unser Gehirn die meiste Zeit vor Schäden sicher. Wird der Kopf aber besonders schnell und stark erschüttert, zum Beispiel bei einem Sturz, kann das Gehirn gegen den Schädelknochen prallen. Dabei werden die neuronalen Strukturen des Gehirns in Mitleidenschaft gezogen.
„Die Anzeichen für eine Gehirnerschütterung reichen von Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Gleichgewichts- und Sehstörungen, Licht- und Lärmempfindlichkeit über Schlafstörungen, Schwierigkeiten beim Denken, emotionale Probleme bis hin zu Bewusstlosigkeit“, zählt Kinderarzt Dr. Hermann Josef Kahl auf. „Bei Krämpfen, Schwäche in den Gliedmaßen, verwaschener Sprache und Verwirrtheit sollte umgehend eine Ambulanz gerufen werden“, ergänzt er. Teilweise treten die Symptome erst zeitverzögert auf.

Gehirn braucht nach Gehirnerschütterung Ruhepause

Im Falle einer Gehirnerschütterung ist es ratsam, sich einige Tage zu schonen. Dazu gehört: auf Sport verzichten, laute Geräusche vermeiden und Fernseh- oder Computerbildschirme nur wenig benutzen. Gegen Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit können kurzzeitig Medikamente helfen, bei Kopfschmerzen zum Beispiel Paracetamol.

Leiden Kinder an einer Gehirnerschütterung, sollten sie erst dann wieder die Schule besuchen, wenn sie sich ein bis zwei Stunden ohne zunehmende Beschwerden wie Kopfschmerzen geistigen Aufgaben (zum Beispiel Lesen) widmen können. Außerdem müssen Schüler die Anstrengungen schrittweise anpassen und Ruhezeiten in der Schule einhalten können. „Dafür kann eine schriftliche Empfehlung des Arztes hilfreich sein“, rät Kahl.

Quelle: Kinderärzte im Netz

| Von: Leonard Olberts Bildrechte:BestPhotoPlus/Shutterstock.com

Bluttest für Einzelgenerkrankungen

Neuer vorgeburtlicher Test

Beim Verdacht auf genetische Erkrankungen des ungeborenen Kindes werden bisher im Rahmen der vorgeburtlichen Diagnostik viele Tests durchgeführt. Einige davon sind mit kleineren Eingriffen verbunden, die beispielsweise das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen. Ein neuer Bluttest soll viele dieser Eingriffe jetzt ersetzen.

Untersuchung des mütterlichen Blutes

Zeigen sich Ultraschall Auffälligkeiten oder deutet die Familiengeschichte auf ein vermehrtes Auftreten genetischer Erkrankungen hin, entscheiden sich viele Schwangere für eine weiterführende Diagnostik. Diese umfasst auch vorgeburtliche Eingriffe (invasive Tests) ab der 14. bis zur 18. Schwangerschaftswoche, die mit vielen Risiken verbunden sind, wie Infektionen, die Verletzung des Kindes oder eine Fehlgeburt. Das Heidelberger Start-Up Unternehmen Eluthia hat nun einen Bluttest entwickelt, der die Zahl der Eingriffe im Rahmen der vorgeburtlichen Diagnostik minimieren soll. Der sog. Unity kann ab der 11. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Dabei wird aus einer mütterlichen Blutprobe die DNA des Kindes isoliert. Diese DNA wird dann auf die Einzelgenerkrankungen Mukoviszidose, Thalassämien, spinale Muskelatrophie und Sichelzellanämie untersucht. Das Unternehmen gibt an, dass der Test Einzelgenerkrankungen mit einer Spezifität von über 99 % erkennt.

Voraussetzungen für den Test

Laut Eluthia sollte der Test nur durchgeführt werden, wenn sich Auffälligkeiten im Ultraschall zeigen und die Mutter eine Anlage für eine der Einzelgenerkrankungen besitzt. Beim Unity-Test handelt es sich um einen sog. Screeningtest. Ergibt der Test also ein erhöhtes Risiko für eine Einzelgenerkrankung ist dies keine Diagnose. Der Verdacht muss durch einen anschließenden invasiven Test bestätigt werden. Somit werden vorgeburtliche Eingriffe nicht gänzlich ersetzt werden können. Allerdings möchte Eluthia mit dem Unity-Test die Zahl der Eingriffe minimieren, die bisher den genetischen Status des Kindes nicht berücksichtigten. 
Ob dieser Bluttest wirklich aussagekräftig ist, bleibt jedoch abzuwarten. Aktuell wird er in rund 40 Frauenarztpraxen angeboten und noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Quelle: Ärzteblatt

| Von: Christina Winzig Bildrechte:stockfour/Shutterstock

Schwindel bei Kindern

Harmlos oder Grund zur Sorge?

Bei Kindern kommen Schwindelanfälle häufiger vor als bei Erwachsenen. Zumeist handelt es sich dabei um eine harmlose Form des Schwindels. Doch auch ernstere Ursachen können dahinterstecken.

Kreislauf ankurbeln bei niedrigem Blutdruck

Hinter plötzlich auftretendem Schwindel verbirgt sich bei Kindern häufig eine Kreislaufstörung. Dabei fällt der Blutdruck des Kindes beim Aufsetzen oder Aufstehen zu schnell ab – neben Schwindel kann es auch zu kurzen Ohnmachtsanfällen kommen. Eine durch Blutdruckabfall bedingte Kreislaufstörung macht sich durch ein „taumeliges“ Gefühl bemerkbar, weniger durch Drehschwindel. In der Regel ist sie harmlos für das Kind.
„Unter der sogenannten orthostatischen Dysregulation leiden Kinder vor allem während ihrer Wachstumsphasen. Auch falsche Ernährung, wie zum Beispiel Verzicht auf ein Frühstück, zu wenig Flüssigkeit und mangelnde Bewegung begünstigen diese Schwindelattacken“, erklärt Kinder- und Jugendärztin Dr. Monika Nierhaus. Neben Bewegung und guter Ernährung helfen Wechselduschen dabei, den Kreislauf anzukurbeln.

Verdacht auf ernste Erkrankung mit Kinderarzt abklären

Schwerer und häufig wiederkehrender Schwindel kann jedoch ernstere Ursachen haben: Womöglich liegt eine Ohrenentzündung vor, in seltenen Fällen ist eine Infektion des zentralen Nervensystems möglich. Das betroffene Kind kann dann nicht mehr gerade sitzen und droht beim Stehen umzufallen. „Wenigen ist bekannt, dass Windpockenviren in seltenen Fällen auf das Kleinhirn übergreifen können und den Hör- und Gleichgewichtsnerv in Mitleidenschaft ziehen können, der für den Lagesinn verantwortlich ist“, informiert Niehaus. Seltene und bedrohliche Krankheiten lassen sich durch einen Besuch beim Kinderarzt ausschließen.

Quelle: Kinderärzte im Netz

| Von: Leonard Olberts Bildrechte:Akkalak Aiempradit/Shutterstock.com

Haut-Flecken mit Haut-App checken

Bösartig oder nicht?

Wer ein verdächtiges Muttermal auf seiner Haut entdeckt, muss nicht mehr lange auf einen Hautarzt-Termin warten, um zu erfahren, ob etwas Bösartiges dahinter stecken könnte. Eine Hautapp für das Handy verhilft zu einer schnellen und fundierten Ersteinschätzung.

Beurteilung vom Hautarzt für 24,95 Euro

Die Telemedizin macht´s möglich: Inzwischen dürfen Hautärzte ohne persönlichen Kontakt zum Patienten einen verdächtigen Hautfleck begutachten und einschätzen. Eine entsprechende Haut-App mit dem Namen „AppDoc“ wurde 2018 von der Universität Heidelberg, dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen entwickelt und letztes Jahr von der Landesärztekammer Baden Württemberg genehmigt.

Jeder kann die App über www.online-hautarzt.de auf sein Smartphone herunterladen und damit die fundierte Erstmeinung eines Hautarztes zu seinem verdächtigen Hautfleck einholen. Dazu müssen 3 Fotos von der betroffenen Hautstelle aufgenommen und über die App eingeschickt werden. Außerdem gilt es, einige Fragen zu möglichen Beschwerden zu beantworten. Die Antwort eines Hautarztes kommt innerhalb weniger Tage, der Service ist für die Nutzer anonym und kostet pro Beratung 24,95.

Patienten schätzen den Service

Den Besuch beim Hautarzt ersetzt AppDoc nicht, betont Titus Brinker, Hautarzt und Leiter der App-Entwicklung. Sie ermöglicht aber eine schnelle, qualifizierte Ersteinschätzung, ob ein Hautfleck verdächtig ist und dem Hautarzt vorgestellt werden muss. Auf diese Weise soll vor allem Hautkrebs früher erkannt werden, was die Heilungschancen deutlich erhöht.

Den Patienten scheint der Service zu gefallen: Rund 10 000 Mal wurde die App bisher heruntergeladen, über 2000 Patienten ließen sich telemedizinisch beraten und ca. 80% von ihnen blieb durch diese Beratung ein Arztbesuch erspart.

Vorsicht bei automatisierter Beurteilung

Vorsicht ist jedoch bei Hautapps geboten, die eine Diagnostik ohne Hautarzt anbieten. In einer kürzlich veröffentlichten Studie konnte eine solche automatisierte App 90 von 199 Muttermalen gar nicht erst analysieren, und bei den beurteilten Hautläsionen lag sie in ihrer Einschätzung auch häufig daneben.

Quelle: Ärztezeitung

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:ponsulak/Shutterstock.com

Fettsäuren als Asthma-Schutz

Hauptsache kurzkettig

Immer mehr Kinder leiden an allergischem Asthma, Heuschnupfen & Co. Neuesten Forschungen zufolge soll eine neue Waffe gegen Allergien aus dem Darm kommen: kurzkettige Fettsäuren.

Kinderstuhl unter der Lupe

Dass der Darm bei der Entwicklung von Allergien eine wichtige Rolle spielt, wird schon länger diskutiert. Um mehr über den Zusammenhang von Darm und Asthma zu erfahren, haben jetzt Schweizer Forscher die Stuhlproben von 300 drei- bis sechsjährigen Kindern unter die Lupe genommen. Dabei kam heraus, dass kurzkettige Fettsäuren wie Buttersäure, Essigsäure und Propionsäure, offenbar vor Allergien schützen: Je mehr sich davon im Stuhl der Kinder nachweisen ließen, desto geringer war ihr Allergierisiko und desto seltener entwickelten sie ein allergisches Asthma.

T-Suppressor-Zellen aktiviert

Hintergrund dieses Allergieschutzes ist der Einfluss der kurzkettigen Fettsäuren auf das Immunsystem. Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure kurbeln die Produktion der regulatorischen T-Zellen an, einer Untergruppe der Immunzellen. Die regulatorischen Zellen (auch T-Suppressor-Zellen genannt) beruhigen wiederum die entzündlichen T-Zellen und unterdrücken dadurch die Aktivierung des Immunsystems. Dieser Mechanismus soll der Grund dafür sein, dass Kinder mit mehr kurzkettigen Fettsäuren im Darm toleranter gegen Allergene sind und weniger Allergien entwickeln.

Doch wo kommen die kurzkettigen Fettsäuren her? Sie werden von speziellen Darmbakterien produziert, die für ihre Verdauung vor allem Pflanzenfasern benötigen. Je ballaststoffreicher die Nahrung ist, desto mehr dieser Bakterien finden sich im Darm und desto höher ist die Menge an kurzkettigen Fettsäuren.

Pflanzenfasern oder gleich Fettsäuren

Nach diesen Ergebnissen könnten zwei neue Ansätze Kinder vor allergischem Asthma bewahren. Zum einen eine ballaststoffreiche Ernährung – je mehr Pflanzenfasern Kinder zu sich nehmen, desto mehr kurzkettige Fettsäuren produzieren ihre Darmbakterien. In Studien wird aktuell zudem untersucht, ob eine direkte Zufuhr kurzkettiger Fettsäuren Kinder vor allergischem Asthma schützen kann. Die Forscher sind optimistisch: Im Tierversuch hat das schon funktioniert.

Quelle: obx medizin direkt 

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Ulza/Shutterstock.com

Herzinfarkt gut überstehen

Kurz- und langfristig richtig handeln

Um einen Herzinfarkt gut zu überstehen, braucht es zweierlei: eine möglichst frühe Versorgung durch den Notarzt und eine langfristige Nachsorge durch den Infarkt-Patienten selbst. Was konkret zu beachten ist.

Herzschaden durch rasches Handeln abwenden

Starke, ausstrahlende Schmerzen in der Brust, begleitet von massivem Druck- und Engegefühl: Das sind typische Anzeichen für einen Herzinfarkt. Leider sind die Symptome nicht immer so eindeutig, daher reagieren Betroffene oft zu spät. „Andererseits kann bei raschem Handeln jeglicher Schaden vom Herzmuskel abgewendet und das Leben meist in unveränderter Leistungsfähigkeit fortgesetzt werden, wenn es gelingt, das durch den Blutpfropf verschlossene Herzkranzgefäß wieder zu eröffnen“, erklärt Kardiologe Dr. Heribert Schunkert.

Herzkrankheit bleibt nach Herzinfarkt bestehen

Ein rasches Handeln im Notfall reicht jedoch nicht aus, um die Gefahr dauerhaft abzuwenden – die koronare Herzkrankheit (KHK), die den Infarkt verursacht hat, bleibt nämlich bestehen. In der Nachsorge muss daher das Fortschreiten der KHK langfristig verhindert werden. Dafür empfiehlt es sich, eine Rehabilitation in Anspruch zu nehmen, die medizinische und psychosoziale Ursachen der KHK berücksichtigt. Nach Schätzungen entscheidet sich aber lediglich jeder zweite Infarkt-Patient für eine Reha.

Maßnahmen, um einen erneuten Herzinfarkt zu verhindern:

  • konsequente Einnahme von Medikamenten gegen Gerinnselbildung, hohe Cholesterinwerte und Bluthochdruck
  • regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung
  • Vermeidung von Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen und Stress


Weitere Informationen über Maßnahmen zur Herzgesundheit erhalten Sie im Ratgeber der Deutschen Herzstiftung, den Sie kostenfrei hier oder per Telefon unter 069 9551228400 bestellen können.

Ihr Herzinfarkt-Risiko können Sie hier testen.

Quelle: Deutsche Herzstiftung

| Von: Leonard Olberts Bildrechte:Image Point Fr/Shutterstock.com

Stillen lohnt sich

Mehr als eine optimale Ernährung

Schmerzende, wunde Brustwarzen und ein Baby, das die Brust anschreit – Stillen ist besonders für junge Mütter eine Herausforderung. Denn Stillen ist wie Fahrradfahren und muss erst gelernt werden. Lesen Sie hier, warum sich die Anstrengung lohnt.

Vorteile des Stillens

Durch die anfängliche Aufregung und Unsicherheit klappt das Stillen bei vielen Müttern nicht auf Anhieb. Besonders junge Frauen fragen sich, ob sich die Mühe lohnt, trotz Schmerzen und Schwierigkeiten weiter zu stillen. Schließlich gibt es in jeder Apotheke und Drogeriehandlung die passende Säuglingsmilch zum Anrühren. Doch Stillen bietet mehr als nur eine optimale Ernährung:

  • Muttermilch ist in jeder Lebensphase auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt und enthält alle wichtigen Nährstoffe
  • Muttermilch schützt das Kind vor Erkrankungen – denn sie enthält alle Abwehrstoffe, die die Mutter während durchgemachter Infektionen gebildet hat
  • Stillen sorgt bei Baby und Mutter für körperliche Nähe, schafft Vertrauen und stärkt die Mutter-Kind-Beziehung
  • Mütterliche Hormone, die durch das Stillen ausgeschüttet werden, fördern eine schnellere Rückbildung der Gebärmutter
  • Durch den Energieverbrauch verlieren stillende Mütter nach der Geburt schneller an Gewicht
  • Muttermilch ist überall und jederzeit in der richtigen Temperatur verfügbar und ist zudem kostenlos
  • Ausschließlich gestillte Babys können nicht überernährt werden

Hebammen und Stillberater helfen

Stillen soll nicht weh tun. Treten Schwierigkeiten, Schmerzen oder wunde Brustwarzen auf, liegt das häufig an einer falschen Stilltechnik. Dies lässt sich mit etwas Hilfe vermeiden oder schnell beheben. Betroffene Frauen sollten deshalb nicht zögern und eine Hebamme oder Stillberaterin um Rat fragen. Die Kosten für eine Hebamme nach der Geburt werden von der Krankenkasse übernommen.

Quelle: BZGA

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Wachstumsschmerzen bei Kindern

Eindeutige Diagnose oft schwierig

Wachstumsschmerzen können unangenehm sein, sind in der Regel aber harmlos. Dennoch kann es sinnvoll sein, bei Beschwerden des Kindes ernsthafte Erkrankungen ausschließen zu lassen.

Wachstumsschmerzen treten fast nie tagsüber auf

Kurz anhaltende Schmerzen in Armen oder Beinen, die vor allem nachts auftreten: bis zu ein Drittel aller Kinder ist von diesen eigentlich harmlosen Beschwerden betroffen. Jedoch können auch ernsthafte Erkrankungen hinter den Symptomen stecken – zum Beispiel eine Infektion, ein Knochenbruch, Rheuma oder gar ein Knochentumor. Da die Symptome dieser Erkrankungen sich sehr ähneln, sollte bei Verdacht auf deren Vorliegen ein Facharzt aufgesucht werden.
Dafür, dass es sich um Wachstumsschmerzen handelt, spricht ein Auftreten der Schmerzen

•    erstmals im Vor- oder Grundschulalter
•    überwiegend abends oder nachts
•    in beiden Armen oder Beinen gleichzeitig
•    in Ruhe, nicht durch Belastung
•    in unregelmäßigen Abständen

Therapie für Wachstumsschmerzen gibt es nicht

Die genaue Ursache von Wachstumsschmerzen ist unklar. Eine Vermutung ist, dass die im Vergleich zur Knochensubstanz nur langsam wachsende Knochenhaut unter Spannung gerät und Schmerzen verursacht. „Eine Therapie gibt es leider nicht“, erklärt der Orthopäde Dr. Alexander Beck. „Eltern können den Schmerz mit Massagen oder einer Wärmflasche lindern. Manchen Kindern helfen auch Kühlpads. Wenn die Beschwerden sehr stark sind, kann auch ein leichtes Schmerzmittel verabreicht werden.“ Dies solle aber nur in Absprache mit dem behandelnden Facharzt geschehen.

Quelle: Kinderärzte im Netz

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Krampfadern gekonnt behandeln

Veröden, lasern oder operieren?

Für die Entfernung von Krampfadern gibt es verschiedene Methoden. Wie gut Laser, Schaumverödung und die offene Operation auf lange Sicht abschneiden, haben jetzt britische Ärzte verglichen.

Bessere Lebensqualität ohne Krampfadern

Bei knapp 800 Krampfader-Patienten überprüften die Ärzte die Langzeitergebnisse von drei verschiedenen Behandlungsverfahren (Schaumverödung, Laserablation oder offene Operation). Dazu ermittelten sie 5 Jahre nach Entfernung der Krampfadern den Zustand der Gefäße und die krankheitsspezifische Lebensqualität der Patienten, wobei sie unter anderem venentypische Beschwerden (z. B. schwere Beine, Schwellungen) und das psychische Befinden abfragten.

Alle 3 Gruppen erfreuten sich nach Entfernung ihrer Krampfadern einer besseren krankheitsspezifischen Lebensqualität. Die Gruppen mit Laserablation bzw. offener Operation beurteilten ihre Lebensqualität sogar noch deutlich positiver als die Gruppe, deren Krampfadern mit Schaumverödung behandelt worden waren.

Laser und Skalpell schlagen Schaum

Auch beim Zustand der Beinvenen schnitten Laser und Operation besser ab als der Schaum: Nach der Laserablation gaben 58% der Patienten an, keine Krampfadern mehr zu haben, nach der offenen Operation 54%. Nach Schaumverödung waren dies nur 47%. Diesen Ergebnissen zufolge liefern Operation und Lasertherapie langfristig zufriedenstellendere Ergebnisse bei der Krampfader-Entfernung als die Schaumverödung.

Quelle: Springer Medizin

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Nasenspray nicht zu häufig nehmen

Gewöhnungseffekt vermeiden

Einer verstopften Nase rücken Schnupfen-Geplagte oft mit einem abschwellenden Nasenspray zu Leibe. Dadurch können sich die Beschwerden jedoch noch verschlimmern. Was es bei der Anwendung zu beachten gilt.

Abschwellende Nasensprays wirken schnell – aber nur kurz

Fast jede Erkältung wird begleitet von einer Entzündung der Nasenschleimhäute – auch Schnupfen genannt. Um wieder frei durchzuatmen, bieten sich abschwellende Nasensprays an: Sie verengen die Gefäße in der Schleimhaut, wodurch sie weniger durchblutet wird und abschwillt. Problem gelöst?
Vor allem Nasensprays mit chemischen Wirkstoffen wirken für gewöhnlich sehr schnell – aber auch nicht besonders lang. Schon nach wenigen Stunden schwellen die Schleimhäute erneut an, manchmal sogar stärker als zuvor. Bei längerer Anwendung droht gar ein Gewöhnungseffekt: Das Anschwellen ist dann keine Reaktion mehr auf die Schleimhautentzündung, sondern auf das Nachlassen des abschwellenden Wirkstoffs. Die verstopfte Nase besteht schlimmstenfalls fort, wenn der Schnupfen überwunden ist.

Anwendung nur dreimal täglich und nicht länger als eine Woche

Dieser Gewöhnungseffekt lässt sich jedoch umgehen: zum Beispiel, indem Nasensprays mit abschwellenden Wirkstoffen nur vor dem Zubettgehen angewendet werden. Tagsüber sorgen Sprays mit ätherischen Ölen, Salzlösung oder besonders niedriger Dosierung (z. B. Nasensprays für Kinder) für eine leichte Linderung, ohne dass es zu einer Gewöhnung der Schleimhäute kommt. Abschwellende Nasensprays sollten nur dreimal am Tag und nicht länger als fünf bis sieben Tage angewendet werden. Hält der Schnupfen dann immer noch an, empfiehlt es sich, den Hausarzt aufzusuchen.

Quelle: Barmer

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Kopfschmerz-Typen besser erkennen

Migräne, Spannung oder Hirnblutung?

Mehr als ein Drittel der erwachsenen Deutschen leidet mindestens einmal im Monat unter Kopfschmerzen. Doch häufig wissen Patienten nicht, welcher Kopfschmerz-Typ sie eigentlich plagt. Erfahren Sie das Wichtigste über 3 häufige Arten und wann Kopfschmerzen ein Alarmsignal sind.

Spannungskopfschmerz ist häufig

Spannungskopfschmerzen kennen etwa 80 % aller Deutschen. Sie zeigen sich als milde bis mittelschwere Schmerzen mit dumpf-drückendem Charakter, die den ganzen Kopf betreffen und bis zu 7 Tage dauern können, beschreibt Stefanie Förderreuther, Präsidentin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Typischerweise fehlen Begleitsymptome wie Lärm- und Lichtempfindlichkeit oder Übelkeit. Zur Akuttherapie des Spannungskopfschmerzes sind Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Ibuprofen geeignet.

Migräne erkannt, Migräne gebannt?

Gut 10% der Deutschen leiden an Migräne, doch viele erkennen sie nicht als solche. Typisch für die Migräne sind folgende Beschwerden:

  • Einseitige Schmerzen (wobei die Seiten im Anfall oder von Anfall zu Anfall wechseln können)
  • Beginn häufig im Nacken (und damit Verwechslungsgefahr mit Spannungskopfschmerzen)
  • Pulsierende, pochende Schmerzen Mittlere bis hohe Schmerzintensität, die sich bei körperlicher Aktivität verstärkt
  • Begleitend oft Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit
  • Bei jedem 10. Migränepatient vor den Kopfschmerzen eine Aura mit Seh- und/oder Sprachstörungen, Sensibilitätsstörungen, Lähmungserscheinungen, Drehschwindel oder Doppelbildern.

Zur Akuttherapie werden zunächst z. B. ASS, Ibuprofen oder Paracetamol empfohlen. Reicht das zur Schmerzlinderung nicht aus, kommen Triptane zum Einsatz. Bei mehr als 3 Attacken pro Monat raten die Ärzte zur Prophylaxe, z. B. mit Betablockern, Topiramat oder Amitryptilin. Zusätzlich wirken Ausdauersport und Entspannungstherapien vorbeugend.

Nasenspray beim Cluster-Kopfschmerz

Extreme Kopfschmerzen mit Schmerzmaximum hinter einem Auge zeichnen den Cluster-Kopfschmerz aus. Die Attacken dauern bis zu 3 Stunden und werden auf der gleichen Seite von mindestens einem der folgenden Symptome begleitet: Augenrötung oder -tränen, verstopfte oder laufende Nase, Schwitzen im Gesicht, Verengung der Pupille oder Hängen des Lides.

Typischerweise leiden die Patienten während einer Cluster-Periode, die bis zu 2 Monate dauern kann, täglich an bis zu 8 Attacken. Die Zeit zwischen den Perioden ist kopfschmerzfrei. Behandelt wird der Cluster-Kopfschmerz mit Inhalation von reinem Sauerstoff sowie Triptanen (unter die Haut gespritzt oder als Nasenspray verabreicht). Prophylaktisch verordnet der Arzt Verapamil, Lithium oder Topiramat.

Hier wird es gefährlich

  • Kopfschmerzen können auch ein Anzeichen für eine neurologische Erkrankung wie Gehirnblutung, Hirntumor oder Hirnentzündung sein. Alarmsignale, bei denen sofort ärztliche Hilfe gesucht werden muss sind
  • Neuer, unbekannter heftiger Kopfschmerz
  • Vernichtend heftiger Kopfschmerz Kopfschmerz, der sich innerhalb weniger Minuten heftig entwickelt
  • Gleichzeitiges Fieber, Lähmungen oder vorübergehende Erblindung.

Quelle: Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft

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Was tun gegen Blähungen?

Wenn die Winde den Darm aufwirbeln

Blähungen sind zwar peinlich, aber nicht ungewöhnlich. Wirbeln die Winde jedoch übermäßig oft durch den Darm und verursachen dabei Unwohlsein, gilt es zu handeln.

Bestimmte Lebensmittel blähen besonders stark

Harmlose Blähungen, auch Flatulenzen genannt, sind eine normale Reaktion des Darms, wenn die mit der Nahrung eintreffende Luft auf das dortige Gasgemisch prallt. „Im Prinzip sind Blähungen ein Zeichen dafür, dass der Darm arbeitet“, meint Dagmar Mainz, Fachärztin für Erkrankungen des Verdauungstrakts. Treten die Winde aber öfter als 20-mal am Tag auf oder tun sie weh, sollte etwas dagegen getan werden.

Häufig ist die Ernährung schuld an den Blähungen: „Rohkost in Form von Obst und Gemüse, Müsli und Milchprodukte können Blähungen begünstigen“, erklärt Mainz. Auch kohlensäurehaltige Getränke erhöhen den Gasgehalt im Darm. Ebenfalls möglich sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Wird Milchzucker nicht vertragen, spricht man von einer Laktoseintoleranz, bei Fruchtzucker von einer Fruktoseintoleranz. Abhilfe schafft dann nur ein Verzicht auf entsprechende Lebensmittel. Vorher sollte der Verdacht aber sicherheitshalber mit dem Arzt abgeklärt werden.

Viel Bewegung beugt Blähungen vor

Bei Schmerzen im Unterleib können feucht-warme Umschläge helfen, den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen. Das gleiche gilt für den sogenannten Vier-Winde-Tee aus Kümmel- und Fenchelsamen, Pfefferminzblättern und Kamillenblüten. Hiervon sollten täglich vier Tassen getrunken werden, bis Besserung eintritt. Ebenfalls wirksam gegen Blähungen sind Stressabbau, langsames Essen und sorgfältiges Kauen sowie viel Bewegung. Gerade bei Blähungen mit Verstopfung verschafft häufig schon ein Verdauungsspaziergang Abhilfe.

Quelle: Internisten im Netz

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Kaiserschnitt-Kinder öfter krank

Gesundheitsrisiken unterschätzt

Fast jedes dritte Kind kommt in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. Doch das Umgehen des Geburtskanals hat Folgen: Kaiserschnitt-Babys bezahlen die nicht-natürliche Geburt mit einer erhöhten Erkrankungsrate im Kindesalter.

Mehr Erkrankungen in den ersten 8 Jahren

Entwickeln Kaiserschnitt-Kinder mehr Gesundheitsprobleme als Babys, die auf natürlichem Weg zur Welt kommen? Das hat jetzt die Techniker Krankenkasse (TK) anhand von knapp 39 000 im Jahr 2008 geborener Kinder untersucht. Dabei kam heraus, dass Kaiserschnitt-Kinder in den ersten 8 Lebensjahren häufiger von Krankheiten wie z. B. Verhaltensstörungen, Magen-Darm-Erkrankungen und Bronchitis betroffen waren. Die Ursache dafür sind noch nicht restlos geklärt, unter anderem wird der fehlende Kontakt zur mütterlichen Scheidenflora diskutiert.

Anhand der Daten berechneten die Statistiker der TK für Kaiserschnitt-Kinder ein erhöhtes Risiko für folgende Erkrankungen:

  • ADHS um 16%
  • Leichte Entwicklungsstörungen um 9%
  • Ernährungsprobleme um 11%
  • Magen-Darm-Erkrankungen um 7%
  • Übergewicht um 36%
  • Streptokokkeninfektionen der Atemwege um 6%
  • Chronische Bronchitis um 10%.

Wunschkaiserschnitte sind selten

Verglichen mit anderen Ländern liegt Deutschland mit einer Kaiserschnittrate von rund 30% seit Jahren im oberen Bereich. Die Gründe dafür werden unterschiedlich diskutiert. An Wunschkaiserschnitten aus beruflichen oder anderen terminlichen Gründen liegt die hohe Rate offenbar nicht, sie sind eher selten. Gut 90% der Schnittentbindungen liegen sogenannte relative Indikationen zugrunde, heißt es in der Untersuchung der TK. Dazu gehören die Beckenendlage, Mehrlingsschwangerschaften, ein auffälliges CTG oder vorangegangen Schnittentbindungen, aber auch große Ängste der Mutter vor einer Geburt.

Kaiserschnitt-Kinder aufmerksam beobachten

Der Kaiserschnitt ist ein Segen für Mutter und Kind, wenn er in medizinisch notwendigen Fällen eingesetzt wird, sagt Jens Baas, Vorstandvorsitzender von der TK. Doch Die Folgen für die Gesundheit des Kindes sollten nicht unterschätzt werden. Wichtig ist deshalb, dass Eltern und Kinderärzte die Entwicklung eines Kaiserschnitt-Babys besonders aufmerksam verfolgen, um Auffälligkeiten frühzeitig zu bemerken und gegenzusteuern.

Quelle: Techniker Krankenkasse

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Gesund durchs Oktoberfest

Die 6 häufigsten Wiesn-Krankheiten

Jeden Herbst strömen Millionen Menschen nach München, um dort das Oktoberfest – liebevoll auch „Wiesn“ genannt – zu genießen. Doch leider winken dort nicht nur Gaudi, Zeltromantik und massenweise Bier. Denn wo viele Menschen aufeinandertreffen, leidet oft die Gesundheit.

Von Schnupfen bis Alkoholvergiftung

Wiesnschnupfen. Die Wiesn ist nicht nur ein Anziehungspunkt für menschliche Besucher, auch Viren tummeln sich dort zuhauf. Kein Wunder, denn Menschengedrängel und alkoholbedingte Abwehrschwäche schaffen ideale Bedingungen für die Verbreitung von Erkältungserregern. Münchner Ärzte verzeichnen daher am mittleren Wiesn-Wochenende und direkt nach dem Oktoberfest einen erhöhten Zustrom von Patienten mit Erkältungskrankheiten in ihren Praxen. Wer sich beim feuchten Feiern keine Viren einfangen will, sollte zumindest auf ausreichend Handhygiene achten.

Wiesnbier. Bier spielt auf dem Oktoberfest die Hauptrolle – das ist klar. 6 Millionen Besucher trinken etwa 7,5 Millionen Maß Bier. Und das steckt nicht jeder weg: 2018 mussten die Sanitäter 3580 Wiesn-Patienten versorgen, davon handelte es sich in 760 Fällen um Vergiftungen, meist Alkoholvergiftungen. Wiesnbier ist auch verantwortlich für viele blutige Verletzungen: Im Rausch stürzt und schlägt man sich doch schneller als im nüchternen Zustand.

Wiesnscherben. Große Gefahr sind auch die vielen Bierkrugscherben. Vor allem Damen mit unpassender Fußbekleidung holen sich bei der Wiesen- und Zeltgaudi blutige Füße. Fachleute raten daher dringend dazu, vor dem Betreten der Wiesn Flipflops, Ballerinas und offene Sandalen gegen robustes Schuhwerk einzutauschen.

Klopfende Herzen und fettige Hendl

Wiesnpanik. Lärm, Gedrängel und ein angeschickerter Zustand lösen bei manchen Besuchern echte Panikattacken mit Herzrasen, Atemnot, Schweißausbrüchen und Zittern aus. Da hilft nur Ruhe bewahren oder wiedererlangen, z. B. im Ruheraum beim Sanitäter. (Nebenbei: Nicht gemeint mit Wiesnpanik ist das Verhalten der Münchner Einwohner, die in Anbetracht des Oktoberfests in Scharen ihrer Heimatstadt entfliehen.)

Wiesenherz. Auch beim Wiesenherz handelt es sich nicht etwa um die beschrifteten Lebkuchenherzen für das Gschpusi, sondern um echte Herzrhythmusstörungen. Münchner Ärzte haben beim Oktoberfest 2015 bei knapp 3000 Bierzeltbesuchern nachgewiesen, dass mit steigendem Alkoholspiegel auch das Risiko für Herzrasen bis hin zum Vorhofflimmern steigt.

Wiesenspeck. Eher langfristige Folgen hat die typische Wiesn-Ernährung. Neben fettigen Hendln, Pommes und gebrannten Mandeln schlägt natürlich vor allem das Bier zu Bauche. In einer Maß lauern schon knapp 500 Kalorien. Kein Wunder also, wenn nach einer üppigen Oktoberfest-Saison Lederhose und Dirndl spannen.

Quelle: Ärztezeitung

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Sportlich durch den Herbst

Raus an die frische Luft

Der Herbst liefert uns einige Ausreden, das persönliche Sportprogramm entweder ganz einzustellen oder in geschlossene Räume zu verlegen. Dabei gibt es gute Gründe, gerade im Herbst draußen zu trainieren.

Mehr Leistungsfähigkeit

„Der Herbst ist mit seinen vielen schönen Tagen sowohl für Trainingsprofis als auch für Sporteinsteiger eine tolle Zeit. Die leuchtenden Farben, frische Luft und raschelndes Laub machen Sport im Freien gerade während dieser Zeit zu einem Erlebnis für alle Sinne“, meint Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler bei der Barmer GEK. Dank der kühleren Temperaturen sind Sportler leistungsfähiger als an heißen Sommertagen. Und schließlich ist Outdoor-Sport eine gute Möglichkeit, dem Herbst- und Winterblues vorzubeugen. „Lichtmangel in der dunklen Jahreszeit kann bei manchen Menschen zu einem Stimmungstief führen. Moderater Ausdauersport setzt jedoch Glückshormone, sogenannte Endorphine, frei. Dadurch fühlen sich Ausdauersportler ausgeglichener und zufriedener als Nicht-Sportler“, erläutert Möhlendick.

Kleidung klug wählen

Damit der Herbst tatsächlich niemandem die Sportlaune verdirbt, sollten sich Sportler in punkto Kleidung und Sicherheit unbedingt den Witterungsverhältnissen anpassen. Der Experte rät vor allem zu Funktionskleidung, die den Schweiß von innen nach außen weiterleitet und Feuchtigkeit von außen abweist. Zu empfehlen ist das Zwiebelprinzip. „Die Luft zwischen den einzelnen Kleidungsschichten puffert die Wärme und schützt den Körper vor dem Auskühlen. Zusätzlich sollten Outdoor-Sportler möglichst helle Kleidung mit Reflektoren tragen, ganz nach dem Motto: Sehen und gesehen werden“, rät Möhlendick. Beim Joggen oder Walken sind Laufschuhe mit einem guten Profil wichtig. Sie minimieren die Gefahr, auf herabgefallenen Blättern auszurutschen.

Quelle: Barmer GEK

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Schöne Zähne im Alter

Bitte lächeln

Ein strahlendes Lächeln kann durchaus entzücken. Doch der Zahn der Zeit nagt mit zunehmendem Alter auch an unserem Gebiss. Dabei gibt es einfache Schritte, die Ihnen dabei helfen, auch im Alter Ihre Zähne gesund zu halten.

Was ist Karies?

Kommt es durch Einwirkung von Säuren und Bakterien zu einer Zerstörung der Zahnsubstanz, also des Zahnschmelzes und des darunter liegenden Dentins, spricht man von Karies. Verursacht wird Karies durch ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung der Mundflora. Das bedeutet, dass die vielen „guten“ Bakterien der Mundschleimhaut zum größten Teil von kariesbegünstigenden Bakterien ersetzt wurden. Kommt dann noch eine zuckerreiche Ernährung hinzu, beginnen diese Bakterien große Mengen organischer Säuren zu produzieren, welche die Zahnsubstanz schädigen. Werden diese Säuren nicht neutralisiert, greifen sie zunächst den Zahnschmelz an und Löcher entstehen. Die Karies kann sich dann bis zum Zahnbein (Dentin) und zur Zahnhöhle mit der darin befindlichen Zahnpulpa (Bindegewebe mit dem Nerven- und Gefäßgeflecht) vorarbeiten, was im schlimmsten Fall zum Absterben des Zahnes führt.

Kariesprophylaxe im Alter

Karies betrifft Jeden. Im fortschreitenden Alter steigt das Risiko aber, da der schützende Zahnschmelz durch die täglichen Einflüsse abbaut und somit anfälliger gegenüber Karies wird. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um die Zähne zu kräftigen und zu schützen:

• Ernähren Sie sich gesund. Zuckerarme Ernährung ist wichtig, um die Bildung von organischen Säuren zu verringern

• Greifen Sie öfters zu Lebensmittel mit hohem Wassergehalt, wie beispielsweise Gurken, um Säuren zu neutralisieren

• Lassen Sie ausreichend Abstand zwischen den Mahlzeiten (bestenfalls 3-4 Stunden), damit der Speichel genug Zeit hat, um den Zahnschmelz durch Remineralisierung zu "pflegen" und Säuren zu neutralisieren

• Führen Sie mindestens zweimal täglich eine gewissenhafte Zahnpflege durch, v.a. mit fluoridhaltigen Zahncremes oder Zahnspülungen, um kariesbegünstigende Bakterien zu entfernen und den Zahnschmelz aufzubauen

• Reinigen Sie die Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten, um Essensreste und Bakterien  zu entfernen

• Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt, um bei vorliegendem Karies schnell zu reagieren.

Quelle: Ärzteblatt

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Schieltherapie schmackhaft machen!

Mit Motivation und schicken Pflastern

Schielen ist bei Kleinkindern häufig, aber keinesfalls harmlos. Denn wenn das schielende Auge nicht richtig „mitschaut“, droht es seine Sehkraft zu verlieren. Behandelt wird Begleitschielen meist mit einem Augen- oder Schielpflaster (Okklusionspflaster). Dieses Auge-Zukleben ist zwar wirkungsvoll, aber für die Kinder nicht immer leicht zu akzeptieren. Lesen Sie in unserem Beitrag, was hinter der Okklusionstherapie steckt, welche Augenpflaster Sie in der Apotheke bestellen können und – vor allem – wie Sie Ihrem Kind oder Enkel die Therapie erleichtern.

Schielen frühzeitig entdecken

Etwa 5% aller Kleinkinder leiden an einem Begleitschielen. Dabei schaut das schielende Auge nicht in die gleiche Richtung wie das gesunde Auge, macht aber dessen Bewegung mit. Ursache dafür ist meist ein Ungleichgewicht im Muskelzug der äußeren Augenmuskeln. Als Auslöser gelten z. B. erbliche Veranlagung, eine unkorrigierte Fehlsichtigkeit (vor allem Weitsichtigkeit) oder auch virale oder bakterielle Kinderkrankheiten.

Häufig wird das Schielen im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen vom Kinderarzt entdeckt. Oft erkennen aber auch schon die Eltern die ungewöhnliche Blickrichtung. Ist das Schielen sehr diskret, fallen die betroffenen Kinder auch durch folgende Verhaltensweisen auf:

  • Abdecken eines Auges mit der Hand
  • Zusammenkneifen der Augen
  • Schiefhalten des Kopfes
  • Akut auftretendes Stolpern oder Vorbeigreifen an Gegenständen.

Die endgültige Diagnose stellt der Augenarzt. Er untersucht das Kind altersangepasst , bei den ganz Kleinen helfen zum Beispiel Hornhautlichtreflexe weiter. Der Schielwinkel wird mit weiteren speziellen Untersuchungen ermittelt. Und nicht zuletzt empfiehlt der Augenarzt, wie es therapeutisch weitergeht.

Hinweis: Auch wenn Ihr Baby kein offensichtliches Schielen zeigt: Liegt in Ihrer Familie eine angeborene Sehschwäche oder Schielen vor, sollten Sie das Kind im Alter von 6 bis 12 Monaten augenärztlich untersuchen lassen.

Brille und Pflaster

Falls ein unkorrigierter Sehfehler wie Kurz- oder (häufiger) Weitsichtigkeit besteht, verordnet der Arzt zunächst eine Brille. Bei vielen Kindern lässt sich damit das Schielen beheben oder zumindest verringern. Die zweite wichtige Säule der Schielbehandlung betrifft das schielende Auge direkt: Durch die Nichtbenutzung verschlechtert sich seine Sehkraft immer weiter, im schlimmsten Fall droht die Erblindung auf dem schielenden Auge. Die Behandlung besteht deshalb darin, das schwache (schielende) Auge zu trainieren, damit sich die visuellen Funktionen der Sehbahn ausbilden können.

Hinweis: Zögern Sie nicht, das Schielen Ihres Kindes diagnostizieren und behandeln zu lassen! Die Okklusionstherapie wirkt nur in der sensitiven Phase bis etwa zum 10. Lebensjahr. Danach ist der volle Seherwerb für das schielende Auge ausgeschlossen.

Trainieren, trainieren, trainieren

Das Training des schielenden Auges erfolgt mit Hilfe von sogenannten Okklusionspflastern. Dabei wird das gesunde Auge zugeklebt, um das schielende (schwache) Augen zum Fixieren und zum Sehen zu zwingen. Wie stark sich dadurch die Sehschärfe verbessert, kontrolliert der Augenarzt mit regelmäßigen, bei Schulkindern meist halbjährlichen Augenuntersuchungen.

Die Okklusionstherapie wird so lange durchgeführt, bis die bestmögliche Sehkraft erreicht ist und stabil bleibt. Das kann manchmal Jahre dauern. Wichtig: Sie muss langsam ausgeschlichen werden, damit sich das schielende Auge an die neue Situation gewöhnen kann und der Erfolg bestehen bleibt. Für ein gutes Ergebnis müssen die Kinder unbedingt die mit dem Augenarzt individuell vereinbarten Tragezeiten einhalten. Diese betragen je nach Alter etwa

  • die Hälfte der Wachzeit im ersten Lebensjahr
  • bei älteren Kindern so viele Stunden, wie sie Jahre zählen (also ein Vierjähriges etwa 4 Stunden).

Hinweis: Die Okklusionstherapie verhilft dem schielenden Auge, seine Sehkraft zu verbessern. Die Schielstellung selbst ändert sich durch das Pflaster nicht. Sie kann operativ behandelt werden, allerdings erst, wenn die Sehschwäche des schielenden Auges weitestgehend behoben ist.

Welches Pflaster darf´s denn sein?

Die für die Schieltherapie nötigen Okklusionspflaster verordnet der Augenarzt auf Rezept, die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Die Pflaster unterscheiden sich in ihrem Klebstoff, (manche haben hypoallergenen, manche verstärkten Kleber), in ihrer Form (manche Pflaster eignen sich für beide Augen, bei manchen Pflastern werden Pflaster für rechts und links unterschieden) und – für die kleinen Nutzer am wichtigsten – in ihren Farben und Motiven.

Auf dem Bestellformular, das zusätzlich zum Rezept bei der Apotheke einzureichen ist, kann sich das Kind seine Lieblingsmotive in 10er-Gebinden aussuchen. Die Motivauswahl ist nahezu grenzenlos und reicht von Disneyfiguren und Tierbildern bis zu Fußballmotiven, damit jedes Kind sein Lieblingsbild findet (z. B. Opticlude™Silicone, Piratoplast®Mix/Mix, Ortopad®soft mix).

Wer es lieber schlicht mag, greift zu hautfarbenen oder weißen Pflastern, von denen manche wiederum mit kleinen Stickern aufgepeppt werden können. Das ausgefüllte Bestellformular faxt der Apotheker an den Hersteller, der innerhalb weniger Tage die gewünschten Pflaster in die Apotheke liefert. Dort können sie dann gegen Unterschrift auf dem Rezept abgeholt werden.

Tipp: Damit Ihr Kind sein Lieblingspflaster in der Apotheke erhält, sollte der Arzt eine Begründung wie etwa „Sicherstellung einer konsequenten Therapiedurchführung“ auf das Rezept schreiben.

Kleine Kleb-Schule

Für jede Tragezeit bekommt das Kind ein neues Pflaster auf das gesunde Auge geklebt. Damit das Pflaster gut hält, muss die Haut um das Auge herum sauber, trocken und cremefrei sein. Beim Aufkleben ist einiges zu beachten:

  • Augen schließen lassen
  • weiße Papierfolie abziehen und das Pflaster mit der weißen Innenauflage auf das geschlossene Auge legen
  • darauf achten, dass die schmale, eingeschnittene Seite zur Nase zeigt und der Kleberand nicht auf der Augenbraue liegt
  • Pflasterränder gut andrücken
  • zu stark klebende Pflaster vorher kurz auf dem Unterarm ankleben, um die Klebekraft zu minimieren.

Manche Kinder reagieren auf das Augenpflaster mit Hautirritationen. Hier hilft es, vor dem Pflasterkleben einen Hautschutz wie etwa Cavilon™Reizfreier Hautschutz auf die Haut um das Auge herum aufzutragen.

Tipp: Lässt sich das Augenpflaster nur schwer entfernen, können Sie die Pflasterränder vorher mit etwas Speiseöl betupfen und es dann vorsichtig von der Nase in Richtung Ohr abziehen.

Motivieren, aber richtig

Für Kinder sind Okklusionspflaster meist alles andere als ein Vergnügen, auch wenn sie kunterbunt daherkommen. Doch damit die Therapie greift, müssen die vom Augenarzt verordneten Tragezeiten unbedingt eingehalten werden. Die Herkulesaufgabe für Eltern und Erzieher besteht also darin, das Kind in puncto Pflaster bei der Stange zu halten.

Gerade zu Beginn der Therapie fühlt sich das Kind oft unsicher – immerhin ist ja sein sonst benutztes Haupt-Auge zugeklebt und das Blickfeld erheblich eingeschränkt. Erklären Sie kindgerecht, warum das „gute“ Auge zugeklebt werden muss. Oft hilft der Hinweis, dass das schwache Auge seine Muskeln genauso trainieren muss wie z. B. ein Fußballspieler oder Balletttänzerin. Weniger sportliche Kinder lassen sich vielleicht mit dem Argument überzeugen, dass man bei vielen Berufen zwei gesunde Augen braucht. Weitere Motivationstipps sind:

  • Pflaster selbst auswählen lassen
  • Klare Strukturen schaffen, Pflastertragen muss so selbstverständlich sein wie Zähneputzen
  • Getragene Pflaster in ein Sammelbuch oder einen Wochenplan einkleben lassen – ist eine Seite oder eine Woche voll, gibt´s eine Belohnung
  • Getragenes Pflaster dem Lieblingsstofftier aufkleben.

Tipp: Lassen Sie das Kind sein Augenpflaster immer erst lange genug im häuslichen Umfeld ausprobieren, damit es sich an das eingeschränkte Sehen gewöhnen kann.

Nahbereichsarbeit besonders hilfreich

Die besten Therapieerfolge stellen sich ein, wenn das Kind das Pflaster bei konzentrierten Tätigkeiten im Nahbereich trägt. Dies sind zum Beispiel Basteln, Malen, Schreiben und Lesen, aber auch Puzzlen und Gesellschaftsspiele spielen. Unterstützende Übungen können Kinder auch in sogenannten Sehschulen erlernen, die häufig an Augenarztpraxen oder Augenkliniken angegliedert sind.

In Zeiten von PC und Smartphones sind auch digitale Programme und Apps hilfreich. So gibt es zum Beispiel eine spezielle Sehschule, die an der Technischen Universität Dresden entwickelt wurde und die Schielkinder zu Hause am Computer absolvieren können (Caterna Sehschulung, die Kosten von aktuell etwa 380 Euro werden von vielen Krankenkassen übernommen). Eine andere Anwendung ist die kostenfreie Augenpflaster-App für Schielkinder. Diese enthält altersangepasste Spiele für die Zeit des Pflastertragens und einen separaten Bereich mit Informationen und Hilfestellungen für die Eltern.

Quelle: Ines Winterhagen, DAZ 2019, Nr. 32, Seite 40

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Keine Selbsthilfe bei roten Augen

Ursache ärztlich klären lassen

Sie ist die häufigste Augenerkrankung und klingt oft von selbst wieder ab– die Bindehautentzündung. Nichtsdestoweniger bleiben rote, juckende Augen ein Fall für den Arzt. Wer sich lediglich auf Selbsthilfe verlässt, geht ein hohes Risiko ein. 

Therapie richtet sich nach Ursache

Rote Augen, die tränen und jucken, sind das typische Erscheinungsbild einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Manchmal stellt sich zusätzlich ein Fremdkörpergefühl ein oder die Augenlider sind beim Erwachen verklebt. „Die vermeintlich harmlosen Beschwerden sollte man allerdings nicht auf die leichte Schulter nehmen“, bemerkt Dr. Jutta Petzold, Medizinerin bei der BARMER GEK.
Bei schweren organischen Erkrankungen geht die Bindehautentzündung häufig mit Sehstörungen, Kopfschmerzen oder Übelkeit einher. Aber „Den Unterschied zwischen Warnsignal für eine ernsthafte Augenerkrankung und einer Konjunktivitis kann nur der Augenarzt erkennen“, betont Petzold. Hinzu kommt, dass eine Therapie nur hilft, wenn sie zur jeweiligen Ursache passt. Deshalb geht jeder Behandlung eine gründliche ärztliche Untersuchung voraus.

Auslöser der Bindehautentzündung

Zu den Auslösern einer infektiösen Bindehautentzündung zählen Bakterien, Viren oder Pilze. Gegen Bakterien helfen antibiotische Augentropfen. Nur gegen Chlamydien kommen Tabletten zum Einsatz. Virale Bindehautentzündungen treten meist im Rahmen von Erkältungskrankheiten auf. Beim Augenreiben gehen die hochansteckenden Viren auf die Hände und von dort auf andere Personen über. Eine gründliche Handhygiene mit Desinfektionsmittel und separaten Handtüchern verringert die Ansteckungsgefahr.

Selbsthilfe birgt Risiken

Wer in Eigenregie zu freiverkäuflichen Tropfen oder übriggebliebenen Antibiotika greift, geht ein hohes Risiko ein. „Wo eine Wirkung ist, sind Nebenwirkungen oft nicht weit. Vor allem, wenn man nicht weiß, was die Ursachen für die Beschwerden sind, haben Salben oder Tropfen ohne Rücksprache mit dem Arzt nichts am Auge verloren“, warnt Dr. Petzold.

Quelle: BARMER GEK

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