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Laufen lernen ohne Schuhe

Barfuß für eine gesunde Entwicklung

Während rund 60 Prozent aller Erwachsenen an Fuß- und Haltungsschäden leiden, haben Babys und Kleinkinder fast durchweg noch gesunde Füße. Problematisch wird es, wenn sie Schuhe zu früh und in der falschen Größe tragen.

Schuhe erst dann nötig, wenn sich Kinder draußen bewegen

Babyfüße mögen klein und zerbrechlich aussehen. Doch schon früh eignen sie sich für Belastungen wie das Laufenlernen. Das klappt am besten ganz ohne Stützmittel wie sogenannte „Lauflernschuhe“ – diese behindern sogar die gesunde Entwicklung der Füße, meint Kinder- und Jugendarzt Dr. Berthold Koletzko: „Schuhe hindern die Füße am Tasten und Greifen. Dadurch bleiben dem Kind wichtige sensorische Reize und Empfindungen und damit zusätzliche Wahrnehmungsimpulse für sein Gehirn vorenthalten. Schuhe braucht der Mensch nur zum Schutz gegen Kälte, Hitze und Verletzungen“.
Schuhe sind laut Koletzko erst angebracht, wenn ein Kind auch draußen auf eigenen Beinen vorankommen möchte. Hier bieten sich Kindern noch mehr Möglichkeiten als daheim, ihre motorischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln: „Das Laufen über Unebenheiten kräftigt die Muskulatur, festigt das Knochengerüst, trainiert die Gleichgewichtsempfindung und macht damit den Gang sicherer“, erklärt der Mediziner.

Problematisch: falsche Schuhgröße

Wichtig ist das passende Schuhwerk für die Kleinen: Die Schuhe müssen biegsam sein und die passende Größe haben – sich also dem Fuß anpassen. Einlagen oder besonders festes Schuhwerk sind dagegen oft hinderlich. Besonders problematisch: Laut einer aktuellen Erhebung laufen über 40 Prozent aller Kinder in zu großen Schuhen herum. Ein möglicher Grund ist, dass Eltern versuchen, während des schnellen Wachstums der Kleinkindfüße eine Schuhgröße einzusparen. Allerdings bedeuten zu große Schuhe eine höhere Gelenkbelastung und einen möglicherweise veränderten Gang. Eltern sollten daher regelmäßig Schuhe in der passenden Größe nachkaufen.

Quelle: Stiftung Kindergesundheit

| Von: Leonard Olberts Bildrechte:mimagephotography/Shutterstock.com

Besser dicke Beine als dicker Bauch

Übergewicht als Herz-Risiko

Übergewicht erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Doch ganz so einfach ist das nicht. Bei Frauen nach der Menopause kommt es vor allem darauf an, wo die Fettpölsterchen sitzen. Hat sich das Fett an Bauch und Taille angesammelt, erhöht es auch bei Normalgewichtigen das Herz-Kreislauf-Risiko.

Riskantes Übergewicht

Übergewicht hat eine ganze Reihe übler Folgen: erhöhte Blutfette, Arteriosklerose, Bluthochdruck, und schließlich Herzinfarkte und Schlaganfälle. Berechnet werden Übergewicht und Adipositas mit dem Body-Mass-Index (BMI). Dieser leicht zu ermittelnde Wert dient wiederum dazu, das übergewichtbedingte Herz-Kreislauf-Risiko abzuschätzen.

Doch zur Risikobewertung greift der BMI zu kurz, sagen Kritiker. Denn er unterscheidet nicht, wo die überzähligen Pfunde sitzen. Und das ist von großer Bedeutung: Immerhin soll gerade das Fett am Bauch gefährlich sein und z. B. eine Insulinresistenz verursachen können.

Dick ist nicht gleich dick

Den Einfluss der Körperfettverteilung auf die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankung untersuchten amerikanische Forscher jetzt anhand der Daten von 2683 postmenopausalen Frauen. Während der fast 18 Jahre andauernden Beobachtungsphase entwickelten 291 der ursprünglich gefäßgesunden Teilnehmerinnen eine koronare Herzkrankheit oder einen Schlaganfall.

Bei Analyse der im Studienverlauf 4 Mal gemessenen Körperfettverteilung der Frauen kam heraus, dass die Gesamtmasse an Fett (und damit auch Übergewicht und BMI) keinen Einfluss auf die Entwicklung der 291 Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatte. Ein Ergebnis, das auch nach Berücksichtigung gefäßrelevanter Faktoren wie Lebensstil, Rauchen und andere Erkrankungen stabil blieb.

Besonders riskant: Dicker Bauch und dünne Beine

Der BMI selbst konnte demnach das Risiko einer Herzkrankheit oder eines Schlaganfalls nicht vorhersagen. Stattdessen schlug aber die Verteilung der Pfunde zu Buche – auch bei Frauen mit normalem BMI: Je mehr Fett am Bauch und in der Taille saß, desto höher war das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Umgekehrt war das Herz-Kreislauf-Risiko bei den Frauen niedriger, bei denen das Körperfett vor allem in den Beinen steckte. Das größte Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall hatten schließlich Frauen mit dicken Bäuchen und dünnen Beinen, berichten die Forscher.

Quelle: European Heart Journal 

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So mildern Sie Knieschmerzen

Im Klammergriff der Arthrose?

Kniebeschwerden kommen im vorgerückten Alter oft vor: Jeder 4. über 60 plagt sich damit herum, Frauen trifft es dabei etwas häufiger als Männer. In vielen Fällen stecken Verschleißerscheinungen dahinter – die ärztliche Diagnose heißt „Kniegelenksarthrose“. Dabei schmerzt das Knie zunächst meist nur zu Beginn einer Bewegung oder bei langanhaltender Belastung. Mit der Zeit werden Treppensteigen und Bergabgehen beschwerlich und das Knie fühlt sich nach Ruhephasen steif an. Schließlich schmerzt das Knie auch nachts und in Ruhe, und die Bewegung wird immer schwieriger. In diesen Fällen hilft oft nur noch die Operation, also der Gelenkersatz.

Für die leichte oder mittelschwere Kniegelenksarthrose gibt es aber eine Reihe von Maßnahmen und Wirkstoffe, mit denen Sie den Verschleiß abmildern können. Dabei reichen rezeptfreie Präparate aus der Apotheke für die Behandlung oft aus.

Hinweis: Lassen Sie Ihre Knieschmerzen immer vom Arzt abklären! Denn außer Verschleißerscheinungen können auch eine rheumatische Erkrankung, Verletzungsfolgen oder Infektionen dahinterstecken, die eine spezielle Behandlung benötigen.

Akute Schmerzepisoden in den Griff bekommen

Gegen verschleißbedingte Knieschmerzen empfehlen die Experten zunächst, das Knie mit Schmerzgelen einzureiben, die nichtsteroidale Antirheumatika enthalten (NSAR wie Diclofenac, Ibuprofen oder Felbinac). NSAR-Gele verbessern die Funktion des Kniegelenks und lindern die Arthroseschmerzen. Außerdem haben die Gele den Vorteil, dass die Wirkstoffe nur in geringen Dosen in die Blutbahn gelangen und daher kaum Nebenwirkungen verursachen. Zur Verfügung stehen zum Beispiel Diclo-ratiopharm®Schmerzgel, Voltaren®Schmerzgel, Thermacare®Schmerzgel oder Proff®Schmerzcreme.

Reicht das Einreiben mit Schmerzgelen nicht aus, gibt es NSAR auch als Tabletten zum Einnehmen (zum Beispiel Diclofenac Zentiva Filmtabletten, Dolormin®extra Filmtabletten oder Togal Naproxen Filmtabletten). Da NSAR die Magenschleimhaut schädigen können, sollte die Dosierung so niedrig wie möglich erfolgen. Bei Patienten mit empfindlichem Magen verschreibt der Arzt oft zusätzlich einen Magenschutz (zum Beispiel Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol) oder er verordnet einen für den Magen besser verträglichen Wirkstoff, ein sogenanntes Coxib wie Celecoxib oder Etoricoxib.

Hinweis: NSAR-Tabletten sind nicht zur Dauerbehandlung gedacht! Nehmen Sie diese nur ein, so lange der Schmerz akut ist. Falls unter der Therapie Sodbrennen, Völlegefühl oder Magenschmerzen auftreten, suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf.

Pflanzenkraft direkt aufs Knie

Cremes und Gele aus Pflanzenextrakten können bei Knieschmerzen ebenfalls helfen. Sie lindern den Schmerz, indem sie die Durchblutung fördern und/oder entzündungshemmend wirken. Eingesetzt werden beispielsweise folgende Wirkstoffe:

  • Cayenne-Pfeffer, zum Beispiel in ABC®Wärmecreme Capsicum Hansaplast med oder Finalgon CPD Wärmecreme
  • Beinwell-Wurzelextrakt, zum Beispiel in Kytta®Schmerzsalbe oder Traumaplant®Creme
  • Rosmarin, Eukalyptus- und Pfefferminzöl, zum Beispiel in Sogoon®Schmerzcreme oder Allgäuer Latschenkiefer®Schmerzcreme.

Tipp: Chronische, verschleißbedingte Knieschmerzen sprechen eher auf Wärme an. Kältepackungen helfen dagegen bei akuten rheumatischen oder infektionsbedingten Knieschmerzen.

Pflanzenheilmittel in Tablettenform

Pflanzeninhaltsstoffe werden auch in Tabletten- oder Kapselform gegen arthrotisch bedingte milde bis mittlere Knieschmerzen eingesetzt. Zu den angebotenen Wirkstoffen gehören Teufelskralle (zum Beispiel in Jacurba®forte Filmtabletten oder Rivoltan Teufelskralle Filmtabletten) Weidenrinde (zum Beispiel in Weidenrinde Schmerzdragees) Brennnessel-Extrakt (zum Beispiel in Hox alpha Hartkapseln oder Natulind Tabletten) oder Kombinationspräparate aus diversen Extrakten (Phytodolor®Tinktur). Daneben sollen auch Produkte aus dem Gewürzregal helfen: Sowohl Ingwer als auch Kurkuma werden beispielsweise zur Linderung von Gelenkschmerzen angeboten.

Ob Teufelskralle, Brennnessel, Ingwer oder Kurkuma: Die Wirkung dieser Wirkstoffe wird von Orthopäden unterschiedlich beurteilt, selbst die verschiedenen Leitlinien zur Behandlung der Arthrose sind sich in ihren Empfehlungen nicht einig. Letztendlich muss jeder Betroffene selbst ausprobieren, ob sein Knieschmerz von solchen Pflanzenheilmitteln profitiert.

Tipp: Ingwer lindert Schmerzen nicht nur als Tee oder als Kapsel, sondern auch lokal direkt am Knie: Dazu wird die Knolle püriert, die Paste auf dem schmerzenden Gelenk verteilt und dort für 15 bis 30 Minuten belassen.

Langfristig den Knorpel stärken

Ebenfalls angeboten werden eine Reihe von Substanzen, die positiv auf Gelenkflüssigkeit und Knorpel wirken und dadurch den Gelenkverschleiß aufhalten sollen. Sie werden geschmiert, eingenommen oder vom Arzt in das Gelenk gespritzt. Ob diese Substanzen wirken, ist allerdings umstritten. Zur Verfügung stehen:

  • Glucosamin. Als Bestandteil von Zuckerketten in Gelenkflüssigkeit und Knorpel soll die Gabe von Glucosamin die Gelenkflüssigkeit verbessern. Es steht in Gelform zum Beispiel in Hirudoid®forte Gel zur Verfügung. In Tablettenform wird es unter anderem als dona®Filmtabletten oder Voltaflex®Glucosaminhydrochlorid Filmtabletten angeboten.
  • Chondroitinsulfat. Der Wirkstoff ist Bestandteil der Knorpelmasse und soll bei regelmäßiger Einnahme die Funktion des Gelenks verbessern und die Schmerzen reduzieren. Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat werden gemeinsam mit Vitaminen und Mineralstoffen als Nahrungsergänzungsmitteln in Kapseln angeboten, zum Beispiel in Arthroplus Kapseln, Artrostar compact II, Orthomol®arthroplus und flexiLoges®Gelenknahrung. In Gelform steht es zum Beispiel in Mobilat®Duo aktiv Gel zur Verfügung.
  • Kollagen. Kollagen ist das Eiweißgerüst von Knorpel und Knochen. Es wird als Kollagen-Hydrolysat in Form von Pulver, Tabletten oder Trinkfläschchen angeboten und soll sich positiv auf Knochen, Knorpel, Haut und Bindegewebe auswirken.

Tipp: Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil von Knorpel und Gelenkflüssigkeit. Wer Spritzen nicht scheut, kann sich Hyaluronsäure vom Arzt in das schmerzende Gelenk injizieren lassen. Hyaluronsäure-Injektionen werden von den Fachgesellschaften empfohlen, wenn z. B. NSAR-Tabletten nicht vertragen werden.

Von Schlamm bis Tai Chi

Vor allem bei milden und mittleren Arthrosebeschwerden am Knie gibt es noch eine Reihe weiterer Empfehlungen. Manche Experten raten zu Schlammpackungen oder Fango, andere zu Akupunktur als unterstützende Maßnahmen. Kniebandagen oder Knieorthesen können ebenfalls helfen, ihr Einsatz sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Physikalische Verfahren wie Reizstrom (TENS), Stoßwellen, Mikrowellen-, Ultraschall- oder Lasertherapie vermögen durchaus, die Schmerzen bei der Kniegelenksarthrose zu lindern. Von Infrarotstrahlen oder der Magnetfeldtherapie raten die Experten dagegen ab.

In den beschwerdefreien Zeiten verbessert eine Bewegungstherapie Beweglichkeit und Belastbarkeit des betroffenen Knies. Allerdings muss sie individuell an das Ausmaß der Arthrose angepasst werden. In Frage kommen vor allem Kräftigungs-, Dehnungs- und Gleichgewichtsübungen, Laufbandtraining und Tai Chi.

Tipp: Vielerorts gibt es Kniesport-Gruppen oder Reha-Sportgruppen speziell für Patienten mit Kniegelenksarthrose. Dort können Sie die richtigen Übungen für Ihr Knieproblem erlernen.

Vorbeugen ist besser

Auch wenn Fachgesellschaften und Experten Pflanzenmedizin, Hyaluronsäure & Co bei der Arthrose unterschiedlich bewerten – Einigkeit herrscht darin, dass folgende Maßnahmen helfen, den Verschleiß am Kniegelenkt aufzuhalten:

  • Normalgewicht halten: Jedes Pfund extra ist eine zusätzliche Belastung für das Knie
  • kniebelastende Aktivitäten meiden (Putzen, Fliesenlegen, mit den Enkeln auf dem Boden spielen)
  • gelenkschonenden Sport wie Schwimmen, Fahrradfahren oder Wassergymnastik betreiben.

Wer sich daran hält und bei verschleißbedingten Kniebeschwerden frühzeitig reagiert, kann die leichte bis mittelschwere Kniegelenksarthrose häufig mit einer individuellen Kombination von Medikamenten, Schmerzgelen, Bewegungstherapie und physikalischen Maßnahmen aufhalten und erträglich machen.

Quelle: Claudia Bruhn, DAZ 2019, Nr. 27, Seite 36

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Muskelschwund im Alter

Sarkopenie lässt sich vorbeugen

Dass die Muskelmasse und damit die Kraft im Alter nachlässt, ist kaum zu verhindern. Jedoch gibt es Möglichkeiten, diesen auch als Sarkopenie bekannten krankhaften Muskelschwund in Grenzen zu halten.

Proteinreiche Kost kann Sarkopenie verlangsamen

„Wir sprechen von Sarkopenie, wenn sowohl die Muskelmasse als auch die Muskelfunktion abnimmt“, erklärt Tommy Cederholm, Professor für Klinische Ernährung an der Universität Uppsala in Schweden. Befördert wird die altersbedingte Muskelabnahme durch wenig Bewegung, chronische Krankheiten und Mangelernährung. Die Folgen sind ernst zu nehmen: Betroffene riskieren gefährliche Stürze, werden zunehmend immobil und können ihren Alltag oft nicht mehr alleine bewältigen.
„Die Basis der Behandlung ist gezieltes Krafttraining, insbesondere für die größten Muskeln des Körpers“, betont Cederholm. „Der zweite Pfeiler ist eine Ernährungsumstellung.“ Da ältere Menschen weniger Energie verbrauchen, essen sie zumeist auch weniger. Da der Körper im Alter Proteine schlechter verarbeitet, müssten sie hiervon jedoch mehr zu sich nehmen, um den Muskelabbau zu begrenzen. Hingegen sollten Fett und Kohlenhydrate auf dem Speiseplan nur eine untergeordnete Rolle spielen. Auch Vitamin D könnte für die Muskelfunktion eine wichtige Rolle spielen.

Prävention soll Sarkopenie schon vor dem Alter verhindern

Zur erfolgreichen Therapie der Sarkopenie gehört für Cederholm auch die Prävention: „Wir müssen das Wissen aus der Geriatrie auch auf jenen Teil der Bevölkerung ausdehnen, der auf das Alter zugeht.“ Ein weiterer Behandlungsansatz könnte laut dem Experten in Nährstoff-Präparaten mit muskelaufbauenden Effekten liegen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V.

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Deutsche Kinder sozial bedenklich

Generation Rücksichtslos?

Mobbing, Ich-Bezogenheit und fehlendes Mitgefühl sind unter Kindern und Jugendlichen weit verbreitet: Einer aktuellen Studie zufolge hat jedes 5. Kind unter 11 Jahren bedenkliche soziale Defizite, und jedem 3. Jugendlichen fehlt der Gemeinschaftssinn.

Knapp 1000 Kinder untersucht

Der Gemeinschaftssinn ist eine der zentralen Säulen unserer Gesellschaft. Doch wie sieht damit bei deutschen Kindern und Jugendlichen aus? Bedenklich, so die Ergebnisse einer aktuellen Studie von Erziehungswissenschaftler der Universität Bielefeld. Sie hatten knapp 1000 Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren intensiv zu ihren Meinungen und Einstellungen befragt. Besonderen Wert legten die Forscher dabei auf die Verhaltensweisen Empathie, Solidarität, Gleichgültigkeit und Abwertung.

Jeder 2. Junge hat kein Mitgefühl

„Es nimmt mich mit, wenn ein Tier verletzt wird“, „Es macht mich traurig, ein Mädchen/einen Jungen zu sehen, das/der niemanden zum Spielen hat“: Bei diesen und ähnlichen Fragen zur Empathie zeigten 21% der Kinder und 54% der Jugendlichen ein unterdurchschnittliches Einfühlungsvermögen. Das meiste Mitgefühl hatten die Mädchen: Bei den 12 – 16-Jährigen zeigten 2 von 3 Mädchen, aber nur einer von 4 Jungen Mitgefühl bei den Fragen zur Empathie, berichtet der Studienleiter Holger Ziegler.

Solidarität nimmt mit dem Alter ab

Mit anderen zu teilen, nett zu ihnen zu sein, ihnen zu helfen ist Zeichen von Solidarität und offenbar auch eher Mädchensache. Von ihnen waren 48% der 6 – 11-Jährigen und 76% der 12 – 16-Jährigen überdurchschnittlich solidarisch, von den Jungen nur 28 bzw. 53%. Anders formuliert: Fast jeder zweite männliche Jugendliche zeigte in der Studie eine schwache positive Solidarität, bei den Mädchen waren dies nur 24%.

Selbst schuld wenn man gehänselt wird …

Auch bei den negativen Aspekten des Gemeinschaftssinns wie Gleichgültigkeit und Abwertung zeigten die Jungen deutlich geringere soziale Kompetenzen. Insgesamt waren 28% der Jungen und 16% der Mädchen unter 11 Jahren gleichgültig gegenüber Gleichaltrigen in Problemlagen und wiesen ihnen die individuelle Schuld an Hänseleien oder schlechten Schulleistungen zu. Diese Gleichgültigkeit verbesserte sich auch bei den Jugendlichen nicht Außerdem tendierte jeder 3. heranwachsende Junge dazu, andere, vor allem Randgruppen, stark abzuwerten, bei den Mädchen taten dies 22%.

Spielt die Armut eine Rolle?

Die Forscher brachten die Meinungen der Kinder auch in Zusammenhang mit deren sozioökonomischen Status. Dabei kam heraus, dass die Empathie, also das Mitgefühl, ebenso wie das Gefühl der Solidarität unbeeinflusst war von der Tatsache, ob die Kinder und Jugendlichen aus armen oder reichem Hause stammten. Anders bei den negativen Variablen des Gemeinschaftssinns: Ein niedriger sozioökonomischer Status und eine negative elterliche Einstellung hatten sowohl auf die Gleichgültigkeit als auch auf das abwertende Verhalten der Kinder und Jugendlichen einen signifikanten Einfluss.

Quelle: kinderförderung.bepanthen.de

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Finger weg vom Bambusbecher?

Für Mensch und Umwelt schädlich

Mehrwegbecher aus Bambus sind nicht nur schick, sie gelten auch als nachhaltig und umweltschonend. Kaffeetrinker nutzen sie deshalb immer häufiger als Alternative zu Einmalbechern. Doch die Stiftung Warentest äußert jetzt Bedenken.

40 000 Tonnen Kaffee-Becher-Müll im Jahr

Rund 2,8 Milliarden Einwegbecher verbrauchen die Deutschen im Jahr. Das sind 40 000 Tonnen Müll, die auf Straßen und in der Natur landen, rechnet die Stiftung Warentest vor. Eine gute Alternative für Kaffeeliebhaber sind deshalb Mehrwegbecher. Und die gibt es von bunt und lustig bis edel in den vielfältigsten Designs aus dem beliebten Naturstoff Bambus.

Schadstoffe statt Natur pur

Doch Kaffeetrinker erweisen weder sich noch der Umwelt einen Dienst, wenn sie zu den Bambus-Mehrweg-Bechern greifen. 12 Becher hat die Stiftung Warentest untersucht – und konnte in allen Bechern neben dem Naturstoff Bambus auch Melaminharz nachweisen. Melaminharz befindet sich auch in Kindergeschirr und Küchenutensilien und ist zunächst nicht gefährlich. Wird es jedoch auf Temperaturen über 70°C erhitzt, lösen sich Formaldehyd und Melamin aus dem Material. Auf diese Weise gelangen die Schadstoffe auch im Kaffee, wenn man das heiße Gebräu in die melaminharzbelasteten Bambusbecher füllt.

In 4 der 12 getesteten Becher war dies bereits nach der dritten Befüllung mit 70°C heißer, Kaffee-imitierender Flüssigkeit der Fall, in 3 weiteren nach sieben Befüllungen. Das ist bedenklich, denn sowohl Melamin als auch Formaldehyd gelten als potenziell gesundheitsschädlich: Melamin soll Blasen- und Nierenerkrankungen verursachen, Formaldehyd reizt Augen und Haut und gilt zudem als krebserregend.

Gibt´s eine Mehrweg-Alternative?

Doch nicht nur gesundheitliche Schäden drohen laut Stiftung Warentest. Die Bambusbecher sind aufgrund des Melaminharzes nicht biologisch abbaubar. Die Becher verrotten also nicht, sie müssen verbrannt werden, monieren die Tester. Wer umweltschonend und schadstofffrei trinken will, greift besser auf den guten alten Metallbecher zurück, rät die Stiftung Warentest. Ab der 50. Verwendung sei dieser als nachhaltig anzusehen – vorausgesetzt, man spült ihn umweltschonend in der Spülmaschine.

Quelle: Stiftung Warentest

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Mittelmeerküche bei Nierenkrankheit?

Blutwerte regelmäßig prüfen lassen

Die Mittelmeerküche gilt als besonders ausgewogen und gesund. Doch wie sieht es bei nierenkranken Menschen aus? Was Experten ihnen raten.

Vor- und Nachteile der Mittelmeerküche für Nierenpatienten

Eine mediterrane Ernährung empfiehlt sich insbesondere für Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden – schließlich ist sie fleischarm und dafür reich an Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch, Nüssen und hochwertigen Ölen. Auch gesunde Menschen profitieren von einer solchen Ernährungsweise.
In einer aktuellen Veröffentlichung der Arbeitsgruppe „European Renal Nutrition“ werden die Vor- und Nachteile einer mediterranen Diät für Nierenpatienten diskutiert. Ihr Fazit ist überwiegend positiv: Die Diät reduziert Entzündungen, hält den Blutzuckerspiegel relativ konstant, enthält in etwa die für Nierenpatienten empfohlene Proteinmenge und führt zu einer geringeren Salz- und Phosphat-Aufnahme als viele andere Ernährungsweisen. Potenziell nachteilig sei hingegen die erhöhte Kalium-Zufuhr durch viel Obst und Gemüse: Hier droht eine Überversorgung (Hyperkaliämie). Nierenkranke Patienten sollten daher bei einer entsprechenden Ernährung regelmäßig ihren Serumkaliumwert überprüfen lassen.

Mittelmeerküche bei normalen Kalium-Werten empfehlenswert

„Solange die Kalium-Werte im Normalbereich liegen, spricht vieles dafür, dass Nierenpatienten im Hinblick auf ihr kardiovaskuläres Risiko und auch im Hinblick auf nierenspezifische Problematiken von der mediterranen Diät profitieren“, meint Dr. Jan C. Galle, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Für eine einseitige Ernährung aus Pizza und Pasta gelte das aber natürlich nicht.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V.

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Masernimpfpflicht – wen trifft´s?

Bundeskabinett beschließt Gesetz

Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, die schlimmstenfalls sogar tödlich endet. Dennoch hat die Einführung der Impfpflicht in Deutschland für erregte Gemüter gesorgt. Doch was steht eigentlich im Gesetz und wer ist davon betroffen?

Impflücken sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen

Trotz der vielen Aufklärungskampagnen bleibt die Impflücke in Deutschland zu hoch. Um die Masernausbreitung zu verhindern, müsste 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geimpft sein – diese Impfquote wird in Deutschland noch nicht erreicht: 2017 waren bloß 93 Prozent der Schulanfänger ausreichend gegen Masern geschützt. Die Zahl der Masernerkrankungen in Deutschland verdeutlicht das Problem: 429 Masernfälle wurden bereits Mitte Juni 2019 registriert.
Wer sich gegen eine Masernimpfung entscheidet, gefährdet aber nicht nur sich selbst, sondern auch andere Personen, die nicht geimpft werden können. Darunter fallen Neugeborene und Säuglinge bis zu einem Alter von etwa 1 Jahr und Menschen mit chronischen Erkrankungen oder einer krankheitsbedingten oder angeborenen Immunschwäche.

Impfpflicht in Kitas, Schulen, medizinischen Einrichtungen und Gemeinschaftseinrichtungen

Der neue Gesetzesentwurf sieht nun vor, die Impfpflicht besonders dort einzuführen, wo Menschen täglich in engem Kontakt miteinander stehen: Ab März 2020 müssen sowohl Kinder als auch Mitarbeiter in Kitas und Schulen sowie Menschen und Personal in medizinischen Einrichtungen und Gemeinschaftseinrichtungen ausreichend geimpft sein. Für Kinder bedeutet dies, dass sie bei Eintritt in die Schule oder den Kindergarten bereits 2 Impfungen gegen Masern vorweisen müssen. Gleiches gilt für Lehrer, Erzieher, Tagespflegepersonen oder medizinisches Personal. Asylbewerber und Flüchtlinge müssen innerhalb von 4 Wochen nach Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung die Masernimpfung nachholen.
Ausgenommen sind Personen, die durch ein ärztliches Attest nachweisen können, dass sie bereits einmal an Masern erkrankt waren und damit immun sind.
Verstoßen Betroffene gegen diese Impfpflicht, drohen Bußgelder von bis zu 2500 Euro oder der Ausschluss aus Gemeinschaftseinrichtungen und Kitas.

Quellen: Bundesgesundheitsministerium und RKI

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Sport auch mit Darmkrebs

Aktivität steigert Überlebenschancen

Sport treiben fällt vielen Krebs-Patienten schwer. Doch die Anstrengung lohnt sich – bei Darmkrebs lässt regelmäßige Bewegung die Überlebenschancen deutlich ansteigen.

Sport erhöht Überlebenschancen bei Darmkrebs

Sport ist gesund und schützt vor vielen Erkrankungen – darunter auch Darmkrebs. Doch sportliche Aktivität wirkt nicht nur vorbeugend: Selbst Patienten, die bereits an Darmkrebs erkrankt sind, haben eine um 40 Prozent gesteigerte Überlebenschance, wenn sie sich regelmäßig körperlich betätigen, berichtet der Berufsverband Deutscher Internisten. Dazu leiden sie weniger unter Erschöpfungssymptomen, fühlen sich leistungsfähiger und kommen psychisch besser mit ihrer Erkrankung zurecht.

Selbst intensiver Sport mit Darmkrebs möglich

Die Stiftung LebensBlicke zur Früherkennung von Darmkrebs empfiehlt Krebspatienten pro Woche 150 Minuten moderates und 75 Minuten intensives Ausdauertraining. Selbst Krafttraining sei möglich. Dabei muss die Belastung aber individuell dem Alter und Gesundheitszustand des Betroffenen angepasst werden.

Schwächt Sport Entzündungsreaktionen bei Darmkrebs ab?

Warum körperliche Aktivität sich positiv auf Entstehung und Verlauf von Darmkrebs auswirkt, ist nicht endgültig geklärt. Mediziner vermuten, dass Bewegung Entzündungsreaktionen im Körper abschwächt und die Neubildung von Blutgefäßen anregt. „Hier gibt es sicherlich noch Klärungsbedarf“, merkt Dr. Dagmar Mainz, Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, an. „Aber schon jetzt kann kein Zweifel bestehen, dass die organisatorische und finanzielle Unterstützung von sportlichen Aktivitäten bei Darmkrebspatienten eine erfolgversprechende Maßnahme darstellt."

Quelle: Internisten im Netz

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Menstruationstasse statt Tampons?

Weniger Kosten, weniger Müll

Menstruationstassen sind praktisch: Sie bieten den gleichen Schutz wie Binden oder Tampons, verursachen weniger Müll und sind auch noch billiger als herkömmliche Hygieneprodukte. Doch wie sieht es mit der medizinischen Sicherheit aus?

Einsetzen, rausnehmen, abspülen, einsetzen…

Menstruationstassen sind kleine weiche Trichter aus Silikon, Gummi oder Latex, die in die Scheide eingeführt werden und dort das Menstruationsblut auffangen. Je nach Stärke der Blutung werden sie nach 4 bis 12 Stunden wieder herausgenommen, ausgeleert, abgespült und erneut eingesetzt. Vor und nach jeder Menstruation müssen die Tassen 10 Minuten lang ausgekocht werden. Auf diese Weise lassen sich die kleinen Tassen jahrelang immer wieder verwenden – was ihre Nachhaltigkeit betrifft sind sie also durchaus überzeugend.

Damenhygiene im Vergleich

Doch wie sieht es mit Auslaufschutz, Infektionsgefahr und Handhabung aus? Bei einer aktuellen Analyse von 43 weltweit durchgeführten Studien zu Damenhygieneprodukten, an denen über 3300 Frauen beteiligt waren, kamen britische Forscherinnen zu folgenden Ergebnissen:

  • In puncto Auslaufschutz waren Menstruationstassen gleich sicher wie Tampons und Binden, in einer der analysierten Studien waren die kleinen Tassen sogar überlegen.
  • Das Infektionsrisiko war nicht höher als bei anderen Hygieneprodukten, weder bei amerikanischen, europäischen oder afrikanischen Mädchen und Frauen.
  • Die Tassen hatten keinen negativen Effekt auf die Vaginalflora. In den Studien, in denen Scheide und Gebärmutterhals nachuntersucht wurden, zeigten sich auch keine Gewebeschäden durch die Tassen.
  • Schmerzen, allergische Reaktionen und Harnwegsbeschwerden kamen sehr selten vor.
  • Gut 70% der Frauen, die sich mit Menstruationstassen vertraut gemacht hatten, wollten diese weiterverwenden.

Müll gespart, Kosten gespart

Von großem Vorteil sind auch die Einsparungen durch Menstruationstassen. Menstruationstassen kosten etwa zwischen 0,7 und 47 US-Dollar, sie lassen sich bis zu 10 Jahre lang verwenden. Geht man von dieser Haltbarkeit aus, entstehen pro Periode nur etwa 5 – 7 % der Kosten, die eine Benutzung von Binden und Tampons verursacht. Eingespart wird auch beim Müll: Grob geschätzt verursacht eine Menstruationstasse 0,4% des Plastikmülls von Einwegbinden und 6% von Tampons.

Hat die Tasse einen Haken?

Prinzipiell müssen sich Mädchen und Frauen an die Verwendung von Menstruationstassen erst einmal gewöhnen. Meist sind mehrere Zyklen nötig, um die Handhabung zu erlernen, berichten viele der Anwenderinnen. Dabei ist auch die Art der Menstruationstasse von Bedeutung: Scheidentassen lassen sich einfacher herausnehmen, hier war in den 43 Studien nur in 2 Fällen professionelle Hilfe erforderlich. Bei Tassen, die wie ein Diaphragma über den Gebärmutterhals gestülpt werden, wurde dagegen 47 Mal Hilfe beim Entfernen benötigt.

Problematisch kann es auch werden, wenn zur Verhütung eine Spirale verwendet wird: In einigen Fällen führte das Entfernen der Menstruationstasse zu deren Verrutschen. Der gleichzeitige Einsatz von Spirale und Menstruationstasse muss deshalb noch weiter geprüft werden, betonen die Autorinnen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Lancet

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Mit Schirm, Creme und Schatten

Sonnenschutz für Kleinkinder

Kinderhaut ist viel empfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Schon 10 Minuten ungeschütztes Sonnenbaden reichen aus, damit sich ein Sonnenbrand bildet! Viele Sonnenbrände erhöhen wiederum das Risiko, später einen Hautkrebs zu entwickeln. Doch was schützt Kinderhaut am besten vor Sonnenschäden?

Babys: Schatten und Vitamin D

Am stärksten gefährdet durch UV-Strahlen sind die Allerkleinsten, warnt Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. Für Babys gelten deshalb folgende Vorsichtsmaßnahmen:

  • Im ersten Lebensjahr dürfen Babys sich nur im Schatten aufhalten.
  • Auch im Schatten soll die zarte Haut mit langärmeligen Hemdchen und Sonnenhut mit breiter Krempe geschützt werden.
  • Wird Sonnencreme verwendet, sollte sie den Lichtschutzfaktor 50 aufweisen und für empfindliche Babyhaut geeignet sein.

Solch ein intensiver Sonnenschutz hat allerdings auch seine Kehrseite: Fehlen Sonnenstrahlen auf der Haut, wird auch die Bildung von Vitamin D in der Haut verhindert. Aus diesem Grund benötigen Babys ab der ersten Lebenswoche bis zum zweiten erlebten Frühsommer zusätzlich zu Muttermilch oder Säuglingsnahrung täglich 400 bis 500 Einheiten Vitamin D-3 als Tropfen oder Tabletten, betont der Kinderarzt.

10 Gramm Creme für ein Vorschulkind

In Deutschland strahlt die Sonne von Mai bis Ende Juli am stärksten. In diesen Monaten sollten sich Kinder in der Zeit von 11 und 15 Uhr gar nicht in der Sonne aufhalten. Davor und danach benötigen sie eine Sonnencreme mit dem Lichtschutzfaktor 30. Beim Eincremen ist zu beachten:

  • Alle unbedeckten Körperteile wie Hände, Füße, Gesicht und Nacken einreiben!
  • Für kleine Kinder empfehlen sich Sonnenschutzmittel auf der Basis von Zinkoxid oder Titanoxid, diese Pigmente sind für zarte Kinderhaut verträglicher als chemische Lichtschutzmittel.
  • Nicht sparen bei der Sonnencreme: Für ein fünfjähriges Kind braucht man etwa 10 Gramm Sonnencreme, um den ganzen Körper zu schützen.

Auf die richtige Kleidung achten

  • Neben Sonnencreme und Schatten bieten auch Textilien Schutz vor schädlichen UV-Strahlen. Doch Stoff ist nicht gleich Stoff in Sachen Sonnenschutz:
  • Dicht gewobene Baumwoll-T-Shirts bieten einen Lichtschutzfaktor von etwa 20, leichte Baumwollbekleidung dagegen nur von 2 bis 10.
  • Dunkle Kleidung schützt mehr als helle und weite mehr als enge Kleidung.
  • Unabdingbar ist ein Sonnenhut, am besten mit Gesichts- und Nackenschutz oder breiter Krempe. Ob Plantschbecken, Sandkasten oder Wanderung – passende Kopfbedeckungen müssen überall aufgesetzt werden.

Nicht übertreiben

Bei aller Sorge um die zarte Kinderhaut dürfen Eltern jedoch nicht übertreiben und ihre Sprösslinge gänzlich von der Sonne fernhalten, betont der Kinderarzt. Bewegung im Freien ist fundamental für die kindliche Entwicklung. Um von den Vorteilen von frischer Luft und Sonne zu profitieren, sollten sie deshalb täglich mindestens eine halbe Stunde unter freiem Himmel verbringen – natürlich mit dem erforderlichen Sonnenschutz.

Quelle: www.kindergesundheit.de

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Hitze macht den Beinen zu schaffen

Venengesundheit im Sommer fördern

Viele Menschen haben gerade bei heißen Temperaturen mit Venenleiden in den Beinen und Füßen zu kämpfen. Tipps, wie Sie die müden Gliedmaßen wieder in Schwung bringen.

Flüssigkeitsverlust bei Hitze ausgleichen

Schwellungen, Jucken und ein Schweregefühl sind typische Beschwerden, die auf ein Venenleiden hinweisen. Vor allem bei Frauen kommt es häufiger zu einem Blutrückstau in den Beinen. Ein Grund: Gerade im Sommer verliert der Körper viel Flüssigkeit, wodurch sich das Blut andickt. Volker Schmitt, Pressesprecher der Apotheker in Bayern, rät daher: „Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Kräutertee, damit das Blut besser durch die Venen fließen kann. Auch Vitamin C aus Kiwis und Paprika hält das Blut flüssig.“

Bewegung entlastet die Venen

Daneben kurbelt Bewegung den Blutfluss an, indem sie die Muskelpumpe aktiviert. „Sanfte“ Sportarten wie Schwimmen, Radfahren und Wandern entlasten die Venen ebenso wie alltägliche Aktivitäten, zum Beispiel Treppenlaufen. Gerade für Menschen mit vorwiegend sitzenden oder stehenden Tätigkeiten ist das wichtig. Nach der Arbeit können ein kühlendes Bad und Wadenwickel Abhilfe schaffen. Durch Hochlagern der Beine fließt zudem das Gewebswasser besser ab.

Kompressionsstrümpfe konsequent tragen

Bewährt hat sich das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Diese sind von normalen Feinstrumpfhosen mittlerweile kaum noch zu unterscheiden. Damit sie optimal passen und ihre Wirkung entfalten können, werden sie in der Apotheke individuell angepasst. „Wichtig ist allerdings, dass sie konsequent getragen werden – auch jetzt im Sommer“, mahnt Schmitt.

Auch medikamentöse Behandlung möglich

Eine Venenschwäche lässt sich auch medikamentös behandeln, in Form von Tabletten und Dragees mit Pflanzenextrakten. Hier lohnt eine Beratung vor Ort in der Apotheke. Bei stärkeren Beschwerden wie Krampfadern, offenen Füßen oder ekzemartigen Hautveränderungen sollte hingegen umgehend der Arzt aufgesucht werden.

Quelle: BLAK

| Von: Leonard Olberts Bildrechte:Image Point Fr/Shutterstock

Malaria im Urlaub vorbeugen

Unangenehmes Souvenir

Der Sommerurlaub steht an und viele Reisende zieht es in ferne Länder. Allerdings vergessen viele dabei, sich entsprechend vor Infektionskrankheiten zu schützen, sodass zunehmend Fälle von Tropenkrankheiten in Europa auftreten. So auch die Malaria. Was genau Malaria ist und wie man sich davor schützen kann, erfahren Sie hier.

Malaria wird durch Mücken übertragen

Bei Malaria handelt es Infektionskrankheit, die hauptsächlich in tropischen und subtropischen Regionen vorkommt. Ausgelöst wird Malaria durch Parasiten, die sogenannten Plasmodien, die durch infizierte Anophelesmücken übertragen werden. Die Plasmodien befallen dann die roten Blutkörperchen und vermehren sich in diesen. Symptome einer typischen Malaria-Erkrankung umfassen Fieberschübe mit fieberfreien Intervallen, ein allgemeines Krankheitsgefühl, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Unbehandelt kann eine Malaria tödlich verlaufen.

Meiste Erkrankungen nach der Hauptreisezeit

In 2017 wurden alleine in Europa über 8000 Malaria-Erkrankte registriert. Dabei handelte es sich meist um Reisende, die zuvor in Afrika, Asien oder Lateinamerika Urlaub gemacht hatten. Aber nicht nur in den Ländern selbst, sondern auch an den Flughäfen ist Vorsicht vor der „Flughafen-Malaria“ geboten: infizierte Anophelesmücken können im Gepäck mitreisen und am Flughafen andere Reisende stechen. In seltenen Fällen ist eine Übertragung auch durch Blut-Blut-Kontakte möglich, z.B. bei gemeinsamer Verwendung von Injektionsnadeln bei Drogenmissbrauch.

Malariaprophylaxe

Es gibt jedoch einige Maßnahmen, die man ergreifen kann, um sich vor einer Infektion mit Malaria zu schützen:

• helle, stichdichte Kleidung

• verschwitzte Kleindung wechseln

• Mückensprays, z.B. Autan

• Mückennetze

• Aufenthalte im Freien während der Dämmerungen vermeiden

• in Einzelfällen, z.B. bei Reisen in Gebiete mit sehr hohem Malariarisiko, ist auch die Einnahme von Malariamitteln zur Vorbeugung möglich. Vor derartigen Reisen sollten Sie sich frühzeitig von einem Arzt beraten lassen.

Quelle: Ärzteblatt 

| Von: Christina Winzig Bildrechte:mycteria/Shutterstock

Hornhaut schützt Gelenke

Gesunder Schönheitsmakel

In der Sommerzeit sind für viele Sandalen- und FlipFlop-Träger gepflegte Füße ein absolutes Muss. Eine Studie aus Großbritannien zeigt nun aber: Gerade die ungeliebte Hornhaut an den Fußsohlen hat wahrscheinlich viele positive Effekte auf Knochen und Gelenke.

Hornhautdicke entspricht der Belastung

Wieviel Hornhaut sich an den Füßen entwickelt, hängt von der täglichen Belastung ab. Wer täglich barfuß läuft, hat eine bis zu 30% dickere und auch härtere Hornhautschicht als reine Schuhträger. Gebildet wird sie von hornbildenden Zellen, den Keratinozyten, die in ihrem Lebenszyklus von tieferen Hautschichten an der Oberfläche wandern, dort absterben und sich schließlich von der Haut lösen. Egal wie dick die Hornhaut schließlich ist – die Empfindlichkeit an den Füßen nimmt dennoch nicht ab, fanden Wissenschaftler der Harvard Universität in Cambridge in einer Studie mit 81 Kenianern und 11 US-Amerikanern heraus.

Mehr Stürze wegen gepolsterten Schuhen

Besonders interessierte sich das Forscherteam um Nicholas Holowka dafür, inwiefern sich die Hornhaut auf das Gehen auswirkt. Dafür wurde die Druckverteilung beim Gehen gemessen, indem die Studienteilnehmer über spezielle Laufbänder und Messplatten geschickt wurden. Das Ergebnis: während dicke, gepolsterte Sohlen das Kräfteverhältnis beim Gehen stark beeinflussen, hatte die Dicke der Hornhaut keine messbaren Effekte. Die Wissenschaftler schlussfolgerten daraus, dass gepolsterte Schuhe Gelenke und Skelett belasten und auch schneller zu Stürzen führen.

Lieber zu harten Sohlen greifen

Für die Wissenschaftler war das kein erstaunliches Ergebnis. Während gepolsterte Schuhe erst mit der industriellen Revolution Einzug in die Haushalte erhielten, diente die Hornhaut schon immer als natürlicher Schutz für die Füße. Anstatt zum radikalen Barfußläufer zu werden, gibt es aber noch andere Möglichkeiten, für einen gesunden, sicheren Gang zu sorgen. Schuhe sollten der Hornhaut nachempfunden und vor allem möglichst steif sein.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

| Von: Sara Steer Bildrechte:simona pilolla 2/Shutterstock.com

So überlebt man ein Backofen-Büro

Zu heiß zum Arbeiten?

Wenn das Thermometer in schwindelerregende Höhen klettert, wird die Hitze auch in Büros oft unerträglich. Was kann man tun, um an heißen Tagen gesund und leistungsfähig zu bleiben? Und gibt´s ein „Hitzefrei“ auch im Büro?

Ab 30° Celsius muss der Chef ran

Backofentemperaturen im Büro – das muss man als Arbeitnehmer nicht aushalten. Ab 26°C im Büro soll, ab 30°C muss der Arbeitgeber zu Maßnahmen greifen, die Arbeit erträglich zu gestalten. Dazu gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die jedoch alle nicht verpflichtend sind. Welche Maßnahmen der Chef aussucht, um eine gesundheitlich zuträgliche Arbeitsumgebung zu schaffen, bleibt ihm überlassen.

  • Jalousien schließen lassen, auch außerhalb der Arbeitszeit
  • Frühmorgens lüften lassen, Nachtauskühlung ermöglichen
  • Abwärme abstrahlende Geräte aus dem Raum verbannen (Drucker)
  • Elektrische Geräte nur bei Bedarf betreiben
  • Mobile Kühlgeräte oder Ventilatoren anschaffen. Achtung: Bei Temperaturunterschieden von über 6°C zwischen Außen- und Innentemperaturen drohen Erkältungen
  • Bekleidungsregeln lockern
  • Arbeitszeit verkürzen oder in die kühlen Morgenstunden vorverlegen
  • Trinkwasser bereitstellen.

Hitzefrei ab 35° C?

Bei Innentemperaturen über 35°C ist ein Büro zum Arbeiten nicht mehr geeignet. Allerdings darf sich der Angestellte jetzt nicht selbst ins Hitzefrei begeben. Zunächst muss er dem Chef die Möglichkeit einräumen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern – zum Beispiel indem der Arbeitsplatz in kühlere Räumlichkeiten oder als Homeoffice nach Hause verlegt wird. Ist das nicht möglich, darf die Arbeit niedergelegt werden. Jedoch nur so lange, wie das Thermometer Raumtemperaturen über 35°C anzeigt, und zwar bei sitzender Tätigkeit in Höhe von 0,6 m über dem Boden.

Was auch ohne Chef geht

Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen, die von „oben“ verordnet und gesteuert werden, kann der Arbeitnehmer auch selbst einiges tun, um die Gluthitze im Büro besser zu überstehen:  

  • Jalousien nutzen und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden 
  • Geräte abschalten, die nicht gebraucht werden, z. B. auch Lampen  
  • Luftige Kleidung und Schuhe wählen, gelockerte Bekleidungsvorschriften ausnutzen 
  • Viel trinken! Bei 24°C Raumtemperatur etwa 2 Liter/täglich, bei höheren Temperaturen noch einen Liter mehr. Am besten geeignet sind Mineralwasser oder Saftschorlen, die nicht sehr kalt sind 
  • Klimageräte oder Ventilatoren benutzen 
  • Leichte Kost statt deftiger, fettreicher Speisen zu sich nehmen 
  • Handgelenke wiederholt mit kaltem Wasser benetzen, z. B. mit einem nassen Waschlappen.

Wer aufgrund der starken Hitze Kreislaufprobleme bekommt, darf wie bei jeder anderen Erkrankung den Arbeitsplatz verlassen und nach Hause oder zum Arzt gehen. Die Hitze reicht als Entschuldigung jedoch nicht aus – der Arbeitgeber darf vom Arbeitnehmer ein Attest einfordern.

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:LightField Studios/Shutterstock.com

Wo Kinder sicher schwimmen

Gefahrloses Badevergnügen

Sommer, Sonne, Badespaß – das passt zusammen, vor allem in der Ferienzeit. Doch Wasser ist nicht ganz ungefährlich, wie auch dieses Jahr wieder zahlreiche Badetote beweisen. Wo das Risiko für Kinder und Jugendliche besonders groß ist, erklären nun deutsche Kinderärzte.

Wasser zieht Kinder magisch an

„Ertrinken gehört zu den häufigsten Todesursachen im Kleinkindalter“, sagt Kinderarzt Ulrich Fegeler. Im Jahr 2018 sind laut Deutscher Lebensrettungsgesellschaft DLRG 11 Kinder im Grundschulalter und 15 im Vorschulalter ertrunken. Säuglinge ertrinken am häufigsten in Badewannen, kleinen Wannen und Eimern, Kinder im Vorschulalter vor allem im Schwimmbad. Hauptursache ist dabei, dass die Kleinen oft unbeaufsichtigt und die Wasserstellen leicht zu erreichen sind. Denn Wasser zieht Kinder magisch an, betont Fegeler.

  • Tipp: Lassen Sie kleine Kinder in der Nähe von Wasser nie aus den Augen. Schon ein Vogelbecken oder ein Plantschbecken können für die Kleinsten zur tödlichen Gefahr werden.

Gefahrenbewusstsein fehlt

Jugendliche erwischt es dagegen vor allem in natürlichen Gewässern, und dass, obwohl sie meistens schwimmen können. Denn Heranwachsende sind oft impulsiv und risikobereit und überschätzen dabei ihre eigenen Fähigkeiten. Kommen noch Drogen oder Alkohol ins Spiel, wird der Badespaß besonders gefährlich. Der Jahrhundertsommer 2018 spiegelt sich auch in dieser Altersgruppe: Die Anzahl der Ertrunkenen stieg bei den bis zu 20-Jährigen um 61% im Vergleich zum Vorjahr, berichtet der DLRG.

  • Tipp: Klären Sie Jugendliche explizit über die Gefahren in natürlichen Gewässern auf. Machen Sie klar, dass beispielsweise auch in wenig Wasser führenden Flüssen die Strömung nie unterschätzt werden darf.

Kranke Kinder

Manche Kinder sind aufgrund einer Grunderkrankung besonders gefährdet: So landen autistische Kinder leicht mal im Wasser, weil sie alleine in der Gegend umherwandern. Kinder mit einer Epilepsie können bei einem eventuellen Anfall im Wasser nicht schwimmen und drohen deshalb zu ertrinken, ausgiebiges Toben im Wasser kann wiederum Kinder mit Herzrhythmusstörungen gefährden.

  • Tipp: Wenn Ihr Kind unter einer chronischen Krankheit leidet, sollten Sie zum Sommerbeginn mit Ihrem Kinderarzt abklären, ob der Badespaß erlaubt ist.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de, DLRG

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Purino/Shutterstock.com

Stiller Killer: Bluthochdruck

Blutdruck-Pass zur täglichen Kontrolle

20 Prozent der Menschen, die hierzulande an Bluthochdruck leiden, wissen nichts von ihrer Erkrankung. Ihr Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht sich dadurch noch weiter. Wie sich die Gefahr rechtzeitig erkennen und reduzieren lässt.

Häufig über Jahre unbemerkt

Bluthochdruck kann über Jahre hinweg unbemerkt schwere Schäden an Herz und Nieren anrichten – im schlimmsten Fall drohen Herzinfarkt oder Schlaganfall. „Nur über eine rechtzeitige Diagnose lassen sich solche Organschäden aufdecken und der Bluthochdruck durch die Einnahme blutdrucksenkender Medikamente und Änderungen des Lebensstils wie regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung konsequent behandeln“, mahnt Dr. Heribert Schunkert vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Blutdruck bereits früh prüfen lassen

Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, den Blutdruck bereits früh prüfen zu lassen: jeweils einmal bei der Einschulung, in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter. Ab 40 Jahren sollten Blutdruck sowie Blutzucker und Cholesterin jährlich bestimmt werden, ab 50 halbjährlich. Bei genetischer Vorbelastung in der Familie empfiehlt sich dies spätestens ab dem Alter von 30.

Experten raten zu Blutdruck-Pass

Um Bluthochdruck gut behandeln zu können, empfehlen Experten einen Blutdruck-Pass. In diesem lassen sich täglich Blutdruck- und Pulswerte sowie das Körpergewicht protokollieren, um die optimale Blutdruck-Einstellung des Patienten zu gewährleisten. Schunkert rät: „Dieses Blutdruck-Protokoll ist eine wichtige Ergänzung zur einmaligen Blutdruckmessung in der Sprechstunde, die häufig nicht repräsentativ ist und nur bedingt Rückschlüsse auf die derzeitige Blutdrucksituation erlaubt.“ Einen Blutdruck-Pass bietet zum Beispiel die Herzstiftung hier zum kostenfreien Download an.

Für weitere Informationen zum Thema Bluthochdruck bietet die Herzstiftung einen Ratgeber an, der online hier oder telefonisch unter 069 955128-400 angefordert werden kann.

Quelle: Deutsche Herzstiftung

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Erblindung durch Arterienverschluss

Schnell handeln bei Sehstörung

Die Krankheit ist selten, aber gravierend: Beim retinalen Arterienverschluss (RAV) erblindet das Auge ganz plötzlich. Für eine erfolgreiche Behandlung zählt daher jede Sekunde.

Blind durch eingeschwemmten Blutgerinnsel

In den meisten Fällen verursacht ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel (Embolus) den RAV, indem die Zentralarterie der Netzhaut verstopft, wodurch die Netzhaut nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird. Selten kann auch eine entzündete Schläfenarterie der Grund sein. Betroffen sind vor allem Menschen zwischen 65 und 70 Jahren.

In den meisten Fällen dauerhafte Erblindung

Eine Therapie des RAV ist lediglich in den ersten Stunden nach dem Arterienverschluss möglich: Zwar gibt es die Möglichkeit einer spontanen Besserung in den nächsten Tagen, doch in den allermeisten Fällen erblinden die Betroffenen dauerhaft. Besonders heikel: Da die Krankheit vergleichsweise unbekannt ist, gehen nur wenige Menschen sofort bei den ersten Anzeichen zum Augenarzt.

Möglicher Vorbote eines Schlaganfalls

Die Folgen können sogar noch gravierender sein: Nach einer Embolie der Netzhaut-Arterie kann es zu einem Schlaganfall kommen. Daher lohnt sich eventuell eine stationäre Aufnahme und gründliche Untersuchung des Patienten. Ist eine entzündete Schläfenarterie ursächlich, kann innerhalb kurzer Zeit auch das zweite Auge erblinden. Hier hilft eine Behandlung mit hoch dosiertem Kortisol.

Quelle: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V.

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Schwimmfähigkeit von Kindern

Nur mit Aufsicht ins Wasser

Viele Kinder und Jugendliche überschätzen ihre Schwimmfähigkeit. Auch wenn Kinder Schwimmunterricht erhalten, dürfen Eltern sie im Wasser nicht aus den Augen lassen, rät Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands (BVKJ).

Vorschulkinder zum Schwimmunterricht

Mit etwa vier bis fünf Jahren sollten Kinder Schwimmunterricht erhalten. Dann sind sie in der Lage, Arm- und Beinbewegungen für das Schwimmen richtig zu koordinieren. Ab diesem Alter können sie auch die richtige Atemtechnik erlernen. „Schwimmunterricht ist zwar ein wichtiges Mittel zur Vorbeugung gegen Ertrinkungsunfälle, dennoch gibt er keinen absoluten Schutz. Kinder benötigen im beziehungsweise am Wasser immer eine Aufsichtsperson“, betont Dr. Fegeler, Kinder- und Jugendarzt. Bei Kindern gehört Ertrinken weltweit zur zweithäufigsten Unfalltodesursache.

Kleinkinder besonders gefährdet

Zur Hochrisikogruppe für Ertrinkungsunfälle gehören Kleinkinder zwischen einem und drei Jahren. „Bei dieser Altersgruppe reichen schon wenige Zentimeter, um zu ertrinken. Gerät der Kopf bei Kleinkindern ins Wasser, löst dies eine Art Schockreaktion aus: Die Stimmritze im Rachenraum schließt sich und verhindert das Atmen. Die Kinder ertrinken lautlos. Das kann selbst in einem kleinen Planschbecken passieren“, erklärt Dr. Fegeler.

Die Grenzen kennen

Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) reicht das Seepferdchenabzeichen nicht für sicheres Schwimmen aus. Eine ausreichende Schwimmfähigkeit bestätigt erst das Jugendschwimmabzeichen Bronze. Dafür muss man unter anderem vom Beckenrand springen und eine 200-Meter-Strecke im Wasser in maximal 15 Minuten zurücklegen. Auch ältere Kinder und Jugendliche sollten nicht alleine ins Wasser. Bei ihnen erhöhen häufig Selbstüberschätzung oder Alkoholkonsum das Ertrinkungsrisiko.

Quelle: BVKJ

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Urintest erkennt aggressiven Krebs

Prostatakarzinom operieren?

Um herauszufinden, ob ein Prostatakrebs radikal behandelt werden muss, ist eine feingewebliche Untersuchung des Tumors nötig. Das nötige Gewebe entnehmen die Ärzte durch eine Stanzbiopsie. Kann ein neuer Urintest den Betroffenen diese schmerzhafte Prozedur ersparen?

Aggressiven Krebs erkennen

Nicht jeder Prostatakrebs wird heute gleich radikal behandelt. Weil eine Operation oft schwerwiegende Folgen wie Inkontinenz und Impotenz nach sich zieht, raten die Urologen bei weniger aggressiven, langsam wachsenden Tumoren oft erst einmal zum Abwarten, dem sogenannten „Watchful Waiting“. Wie aggressiv ein Krebs ist, erkennen die Ärzte bei der feingeweblichen Untersuchung von Tumorgewebe. Dafür entnehmen sie mit einer sogenannten Stanzbiopsie Gewebeprobe aus der Prostata. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern manchmal auch nicht zuverlässig: Erwischt man beim Stanzen zufällig nur tumorfreies Gewebe, kann ein Krebs auch übersehen werden.

Krebs entlässt genetische Spuren

Ein neuer Urintest soll nun die schmerzhafte Stanzbiopsie der Prostata ersetzen. Hintergrund ist, dass bei der Tastuntersuchung der Prostata genetisches Material in die Harnwege und damit in den Urin gelangt. Sitzt ein bösartiger Tumor in der Prostata, gelangt dabei auch dessen genetisches Material als sogenannte Boten-RNA in den Urin. Genau diese Krebs-RNA lässt sich aufspüren, wenn der Urin gleich nach dem Abtasten der Prostata untersucht wird.

An 177 Krebspatienten und gesunden Männern konnten nun britische Forscher nachweisen, dass sich die Aggressivität eines Prostatakrebses anhand seiner genetischen Spuren im Urin beurteilen lässt. Ein drohendes Fortschreiten des Krebses wurde durch die speziellen Urinuntersuchungen nach Abtasten der Prostata bis zu 5 Jahre früher entdeckt als mit den klinischen Standardmethoden.

Urintest statt Stanze

Werden diese Ergebnisse in nachfolgenden Studien bestätigt, könnte man Prostatakrebs-Patienten unter „Watchful Waiting“ die schmerzhafte Stanzbiopsie ersparen, erklären die Forscher. Anhand von regelmäßigen Urintests in Kombination mit dem PSA-Wert ließe sich die Aggressivität des Tumors auch ohne feingewebliche Untersuchung erkennen und bestimmen, wann eine Behandlung mit Operation oder Bestrahlung nötig wird.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

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